Neubau ohne Leitdraht mit Schweizer Präzision

Ausbau der Schweizer Autostraße A 4 auf vier Fahrspuren mit NAVITRONIC Plus®

Neubau ohne Leitdraht: Das 3D-Steuerungssystem NAVITRONIC Plus® führt den SUPER 2100-2 zu einem hochpräzisen Ergebnis.

Beschicken, einbauen, kontrollieren: Das Einbauteam hatte keine Mühe, alle wichtigen Parameter im Blick zu behalten.



Baustellendaten

Ausbau der Autostraße A 4 auf vier Fahrspuren zwischen Winterthur und Schaffhausen, Schweiz

Länge der Baumaßnahme: 20 km


Einbaudaten

Einbaubreite: 8,5 – 9,0 m


Einbaudicke

Fundationsschicht: 10 cm

Tragschicht: 8 cm

Binderschicht: 8 cm

Deckschicht: 3 cm


Einbaumaterial

Fundationsschicht: ACF 22 (Heißfundationsschicht mit 50 – 60 % Recyclinganteil)

Tragschicht: E ME C2

Binderschicht: E ME C1

Deckschicht: AC MR 8


Maschineneinsatz

SUPER 2100-2 mit AB 600-2 TP2


NAVITRONIC Plus®

mit Leica Systemrechner MPC5


HAMM Walzen

10 x HW 90B

12 x HW 90B

Die Autostraße A 4 war im Zürcher Weinland lediglich zweispurig ausgebaut. Die Fernverbindung wurde jedoch immer stärker frequentiert. Deshalb entschied man sich, einen 20 km langen Abschnitt zu einer vierspurigen, richtungsgetrennten Autobahn zu erweitern. Das ausführende Bauunternehmen Implenia AG setzte dafür einen Fertiger SUPER 2100-2 ein, der mit dem 3D-Steuerungssystem NAVITRONIC Plus® von VÖGELE ausgestattet war.


Die Autostraße A 4 zwischen Winterthur und Schaffhausen gehört mit durchschnittlich 20.000 bis 25.000 Fahrzeugen täglich zu den kritisch belasteten zweispurigen Abschnitten. Bei Autostraßen handelt es sich um kreuzungsfrei ausgebaute, aber im Gegensatz zu Autobahnen selten richtungsgetrennte Fernstraßen. Deshalb beschloss der eidgenössische Bundesrat in Bern den Ausbau der zweistreifigen A 4 zu einer vierspurigen Miniautobahn. Miniautobahnen, eine schweizerische Besonderheit, werden im Gegensatz zu voll ausgebauten Autobahnen nach reduzierten Standards ausgeführt. Sie haben schmalere Fahrstreifen und die Standstreifen sind nicht durchgehend vorhanden.


NAVITRONIC Plus® Premiere für das Einbauteam


Die große Baumaßnahme stellte für das Einbauteam der Implenia AG, die zum ersten Mal mit NAVITRONIC Plus® arbeitete, eine Premiere dar. Nachdem das 3D-Steuerungssystem am Fertiger, einem SUPER 2100-2, montiert worden war, machte sich die Mannschaft zunächst mit der Technik vertraut. Schließlich galt es, bereits die Fundations- und Tragschicht der Strecke ohne künstliche Referenz auf Basis eines 3D-Modells einzubauen.


Bei Fundationsschichten handelt es sich um gebundene Tragschichten, die als Ausgangsstoff unbelastete Recyclingmaterialien beinhalten. Im Fall der A 4 wurde eine Heißmischfundationsschicht mit einem Anteil an Recyclingmaterial von 50  –  60 % eingebaut.


Beim Einbau der Fundations- und der Tragschicht wurde die NAVITRONIC Plus® mit Positionierungs- und Vermessungsgeräten von Leica kombiniert. Ausgehend von den Projektdaten messen diese die tatsächliche Position des Fertigers über ein 360°-Rundumprisma und eine Totalstation. Hochpräzise Sensoren auf der Maschine liefern zusätzliche Informationen über die Längs- und Querneigung der Bohle sowie die exakte Bohlenposition. Die Gesamtheit der gewonnenen Messdaten wird an den externen Rechner des Positionierungssystems übermittelt; dort wird ein Vergleich mit den eingespeicherten Projektdaten vorgenommen. Der Rechner übermittelt jegliche Abweichung an das 3D-Steuerungssystem NAVITRONIC Plus® zur Einleitung einer Korrektur.


Toleranzbereiche vom Start weg eingehalten


Soweit das Grundsätzliche. Nachdem das Einbauteam bei Baubeginn seinen SUPER 2100-2 mit der Ausziehbohle AB 600-2 TP2 durch Verbreiterungsteile auf 9,0 m Arbeitsbreite erweitert hatte, musste vom Start weg alles perfekt funktionieren. Bereits nach den ersten Metern zeigte sich, dass die Implenia-Mannschaft mit der NAVITRONIC Plus® bestens zurechtkam. Auch der geforderte Toleranzbereich von +/- 4 mm konnte mühelos eingehalten werden. Der Einbau der Fundations- und Tragschicht in großer Breite bis zu 9,0 m gelang hervorragend. Daran hatte das VÖGELE System bedeutenden Anteil. Der Bauleiter von Implenia äußerte sich begeistert: „Einen Leitdraht haben wir jedenfalls nicht vermisst, im Gegenteil!“