Die wichtigste Verbindung zur norwegischen Inselgruppe Svalbard – nördlich des Polarkreises gelegen – sind Flüge aus Oslo und Tromsø. Nahe der größten Siedlung der Inselgruppe, der Stadt Longyearbyen, landen und starten die Flugzeuge – auf der nördlichsten Landebahn der Welt. Die extreme polare Witterung machte jetzt eine Sanierung notwendig.
SUPER 1900-2 saniert die nördlichste Start- und Landebahn der Welt
Das raue Klima auf Svalbard und die starken Temperaturwechsel zwischen -40 °C im Winter und gelegentlich bis zu +20 °C im Sommer beanspruchte die 1974 gebaute und 1989 sanierte Start- und Landebahn sehr. Das Erdreich taut auf Svalbard im Polar-Sommer maximal einen Meter tief auf, ansonsten herrscht Dauerfrost. Die Folge für die Landebahn waren starke Unebenheiten in Längs- und Querrichtung, so dass eine Sanierung notwendig wurde. Den Auftrag für diese prestigeträchtige Aufgabe erhielt die norwegische Niederlassung eines der größten Bauunternehmen Skandinaviens, die Firma Lemminkäinen.
Kurzes Zeitfenster im Polar-Sommer
Die Baumaßnahmen standen unter immensem Zeitdruck, da nur ein kleines Zeitfenster im Polar-Sommer zur Verfügung steht. Der Juli ist der beste Monat, in dem auf Svalbard gebaut werden kann – in dieser Zeit wird es niemals dunkel und die Durchschnittstemperaturen liegen bei +7 °C – und nicht etwa bei -20 °C, wie im Februar. Man nutzte die Gelegenheit nicht nur zur Sanierung der Start- und Landebahn, sondern auch zur Verbreiterung (von 55 auf 60 m) und Verlängerung (von 2.323 auf 2.483 m).
Die Inselgruppe Svalbard
Nördlicher als Sibirien, Kanada und der größte Teil Grönlands liegt Svalbard. Die norwegische Inselgruppe ist die letzte Zivilisation vor dem Nordpol. Die Fläche der Inselgruppe von 61.000 km2 ist zu 60 % von unzähligen Gletschern bedeckt. Es herrscht nahezu Dauerfrost – lediglich der oberste Meter des Erdreichs taut im Sommer auf.
Zu den größten Inseln der Gruppe gehört Spitzbergen, auf der auch die größte Ansiedlung Longyearbyen mit 1.900 Einwohnern liegt. Die Landebahn von Longyearbyen ist die nördlichste der Welt. Flug-verbindungen bestehen nach Oslo und Tromsø. Zwischen den Siedlungen auf Svalbard gibt es keine Straßenverbindungen – man bewegt sich mit Motor- und Hundeschlitten oder Schiffen fort. Auf den weitgehend naturbelassenen Inseln leben Rentiere, Polarfüchse und sogar Eisbären.
Zuverlässige Maschinentechnik gefordert
Das Bauunternehmen Lemminkäinen musste also perfekt vorbereitet sein und war davon abhängig, dass auf der Baustelle alles optimal läuft. Bei der Auswahl der Maschinen sowie des Services entschied sich Lemminkäinen deshalb für die Vertriebs- und Servicegesellschaft WIRTGEN Norway AS. Unter der Leitung von Rune Gulli präsentierte WIRTGEN Norway das überzeugendste Konzept mit einem Maximum an Betriebssicherheit und Leistungsvermögen. Um die bestmögliche Qualität bei höchstem Technologiestand zu gewährleisten, kam moderne und bewährte Maschinentechnik der WIRTGEN Group zum Einsatz.
Darunter 2 WIRTGEN Fräsen der Typen W 1000 CBA und W 35 DC, 4 HAMM Walzen vom Typ DV 90 VO sowie 1 Straßenfertiger der neuesten Generation von VÖGELE, ein SUPER 1900-2. WIRTGEN Norway war auch für die Betriebssicherheit verantwortlich. Für alle Fälle standen vor Ort stets Ersatzteile bereit. Vor allem aber ging mit Eddie Engebretsen ein sehr erfahrener WIRTGEN Group-Mann der Einbaumannschaft zur Hand.
Perfekt verdichtetes Einbauergebnis war entscheidend
Damit in 2 Schichten und fast rund um die Uhr gearbeitet werden konnte, wechselten sich 2 Bauteams ab. Zunächst trugen die WIRTGEN Fräsen Unebenheiten von bis zu 20 cm Höhe ab, welche sich auf der Start- und Landebahn gebildet hatten. Die Fräse W 1000 CBA kümmerte sich dabei um die Fläche, unterstützt von der kleineren Fräse W 35 DC, welche die Schächte der Beleuchtungsanlagen ausfräste. Eine gute Grundlage für den Asphalteinbau war somit gelegt. Der SUPER 1900-2 baute auf diese Grundlage 30.000 t eines besonders elastischen Materials ein. Das Mischgut bestand aus Asphaltbeton 0/16 mit polymer-modifiziertem Bitumen vom Typ B 300 und kann die enormen Temperaturschwankungen auffangen, ohne dass Risse entstehen. Der Einbau erfolgte in 15 Bahnen mit einer Einbaubreite von 4,0 m. Anschließend wurden auch die Nähte zwischen den Bahnen mit dem Bitumen B 300 ausgespritzt, um eine perfekte Dichtigkeit zu erreichen. Dies war vom Auftraggeber vorgeschrieben, da ein Eindringen von Wasser an den Nähten unter diesen klimatischen Bedingungen unbedingt vermieden werden muss. Auch der abschließenden Verdichtung mit den HAMM Walzen kam besondere Bedeutung zu.
Einbauteam kam mit neuem SUPER 1900-2 bestens zurecht
Der SUPER 1900-2 kam auf dieser Baustelle erstmals zum Einsatz. Das Einbauteam von Lemminkäinen war vom Start weg von der Maschine begeistert. Insbesondere das neue Bedienkonzept ErgoPlus und die neue Ausziehbohle AB 500-2 kamen sehr gut an. So bietet die AB 500-2 eine Reihe an praktischen Funktionen, die sich in der Praxis auszahlen. Gerade im kalten Norden ist die Aufheizzeit einer Elektrobohle immer ein Thema. Die neue AB 500-2 ist dank einer perfekten Wärmeisolierung bestens gerüstet und gegenüber dem Vorgängermodell um bis zu 30 % schneller aufgeheizt. Das Einbauteam von Lemminkäinen war auch von der VÖGELE Heizungsüberwachung begeistert. Denn das Überwachungssystem informiert permanent über den Funktionszustand jedes einzelnen Heizstabes, im Falle eines Defektes ist man sofort im Bilde.
Auch das bessere Schwimmverhalten der Bohle, das sich aus einer vergrößerten Glättblechtiefe und somit einem geringeren Anstellwinkel ergibt, fand das Einbauteam sehr gut.
Tor Runar Halvorsen ist der Teamleiter der Fertiger-mannschaft bei Lemminkäinen und kennt VÖGELE Maschinen bereits seit vielen Jahren. Vom neuen SUPER 1900-2 mit dem Bedienkonzept ErgoPlus ist er begeistert: »Es ist eine moderne Maschine, die in Sachen Qualität und Bedienkomfort für mich das Maximum darstellt. Insbesondere die neuen, selbst-erklärenden ErgoPlus Bedienkonsolen finde ich klasse. Wir bekamen die Einweisung innerhalb der Aufwärmzeit der Bohle. In gut 15 Minuten war alles klar und wir konnten loslegen.«
Big-MultiPlex-Ski stellt Ebenheit sicher
Damit die neue Start- und Landebahn absolut eben wird, kam am SUPER 1900-2 ein Big-MultiPlex-Ski für die Nivellierung zum Einsatz. Das Einbauteam arbeitete erstmals mit dem System, welches Eddie Engebretsen, Verkaufsleiter von WIRTGEN Norway, empfohlen hatte, weil sich damit langgezogene Unebenheiten besonders gut ausgleichen lassen. Der Big-MultiPlex-Ski war am Bohlenholm befestigt und mit 3 Ultraschall-Sensoren ausgestattet. Der hinterste Sensor wurde eingeklappt, um den bereits eingebauten Belag mit in die Berechnungen einzubeziehen. Die beiden vorderen Sensoren tasteten den abgefrästen Belag ab. Mit der Bedienung des Systems kam die Mannschaft von Anfang an bestens zurecht, obwohl Erfahrungen fehlten. Selbst die Montage an dem Fertiger war nach 30 Minuten erledigt. Insgesamt war das Einbauteam vor allem wegen der sehr einfachen Handhabung vom Big-MultiPlex-Ski überzeugt.
Big-MultiPlex-Ski
Der VÖGELE Big-MultiPlex-Ski eignet sich hervorragend für den Ausgleich von lang gestreckten Unebenheiten. Sein Aufbau auf der Baustelle ist unkompliziert und die Bedienung äußerst einfach.
Der neue Big-MultiPlex-Ski beruht auf der bewährten Technologie des VÖGELE Ultraschall-Höhenfühlers. Ausgestattet mit 3 solcher Höhenfühler, die in großem Abstand zueinander Messwerte ermitteln, zieht das neue System die Vorteile gegenüber einem einzelnen Ultraschall-Höhenfühler buchstäblich in die Länge. Jeder dieser 3 Ultraschall-Höhenfühler nimmt zeitgleich 5 Messungen auf einer Länge von 28 cm vor. Von diesen 5 Messergebnissen gehen jedoch nur 3 in die Mittelwertbildung ein – und zwar diejenigen mit der geringsten Abweichung vom Soll-Wert. Aus diesen 3 gewonnen Mittelwerten aller Höhenfühler wird dann das Referenzniveau gebildet.
Vorteile des VÖGELE Big-MultiPlex-Ski
Servicefreundlichkeit zahlt sich aus
VÖGELE Fertiger sind traditionell besonders servicefreundlich ausgelegt. Bei den neuen »Strich 2«-Maschinen wurde dieser Aspekt nochmals weiterentwickelt. Mittels groß dimensionierter Klappen sind alle servicerelevanten Punkte einfach zu erreichen. Gerade auf solch entlegenen Baustellen wie der auf Svalbard zahlt sich dieser Umstand voll aus, berichtet Rune Gulli, Managing Director von WIRTGEN Norway: »Das VÖGELE Servicekonzept ist unerreicht gut. Für viele Kunden ist dies ein ganz wichtiger Punkt. Das Einbauteam von Lemminkäinen zum Beispiel ist die ganze Woche unterwegs – weit weg von einem Servicestützpunkt. Da muss die Mannschaft alleine klar kommen. Dank des einfachen Servicekonzeptes ist dies jedoch kein Problem. Da alles sehr übersichtlich angeordnet ist, können selbst Anweisungen per Telefon leicht nachvollzogen werden und der SUPER Fertiger bleibt einsatzbereit.«
Weitere Informationen erhalten Sie bei:
JOSEPH VÖGELE AG
Roland Schug / Martin Hilken
Neckarauer Str. 168 - 228
68146 Mannheim
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Tel.: +49 (0) 621 8105 232
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