Erfolgreiche Premiere auf der A 48 in Rheinland-Pfalz

Der SUPER 2500 baut den Asphalt auf einer Breite von 11,50 m bei gleichmäßigem Vorschub ein. Dank seiner umweltfreundlichen und zugleich effizienten elektrischen Heizung der Glättbleche und der Tamper- und Pressleisten hat die Fahrbahndecke eine perfekte Oberfläche aus einem Guss. Gleichzeitig sorgt die Niveltronic für einen Einbau gemäß der vorgegebenen Profile.

Pausenlos Perfektion: Der kompakte Hochleistungsbeschicker MT 1000-1 kann bis zu 900 Tonnen Mischgut pro Stunde berührungslos in den Zusatzkübel des Fertigers fördern. Muldenförmige Transportbänder in einem beheizten Förderkanal stellen sicher, dass es nicht zu einer Segregation des Mischgutes kommen kann.

Vor Ort erläutert P. Böhm (rechts), Prokurist der Bauunternehmung von der Wettern, Niederlassung Koblenz, dem Geschäftsführer des Landesbetriebes Straßen und Verkehr Rheinland-Pfalz, Dipl.-Ing. Horst Oltersdorf (links), die wesentlichen Vorteile beim nahtlosen Einbau der Fahrbahn. Die Verkürzung der Bauzeit und die gleichmäßige Mischgutqualität sind für den Landesbetrieb Straße und Verkehr von großer Bedeutung.

Die "Eifelautobahn" A 48 verbindet seit den 60er Jahren Koblenz im mittleren Rheintal mit den weiter südwestlich gelegenen Städten Trier und Saarbrücken. Ihre 22 cm dicke Betondecke weist mittlerweile erhebliche Stufen- und Kantenbildung und andere großflächige Beschädigungen auf, so dass eine Grundsanierung der Fahrbahn notwendig wurde.


Der erste Sanierungsabschnitt ist die 6,3 km lange Strecke zwischen den Anschlussstellen Kaifenheim und Kaisersesch. Die zweispurige Fahrbahn mit Standstreifen hat in diesem Bereich eine Breite von 11,50 m. Basierend auf einer zu erwartenden Verkehrslast von 34 * 106 10-t-Achsübergängen in den nächsten 30 Jahren wurde der Hocheinbau eines neuen Belags ausgeschrieben. Dies ist möglich, weil der anstehende Boden unterhalb der alten Fahrbahn aus geologischer Sicht keine Setzungen erwarten lässt. Die zunächst entspannte Betondecke sollte mit einem ca. 28 cm dicken Asphaltpaket überbaut werden. Bei der Ausschreibung ging man beim Autobahnamt Montabaur, einer Abteilung des Landesbetriebes Straßen und Verkehr Rheinland-Pfalz, von einem "Heiß-in-Heiß-Einbau" des bituminösen Aufbaus in zwei nebeneinander liegenden Bahnen aus.


Die Bauunternehmung Gebrüder von der Wettern bot eine interessante Alternative dazu an: den nahtlosen Einbau aller bituminösen Schichten. Hier vertraute Geschäftsführer Peter Böhm auf die Qualitätsarbeit eines starken Gespanns: dem Straßenfertiger SUPER 2500 mit Einbaubohle SB 300 TP1 und dem Beschicker MT 1000-1, beides Geräte des Mannheimer Herstellers VÖGELE. Der leistungsstarke Raupenfertiger SUPER 2500 kann Asphaltdecken mit einer Breite von maximal 16 m einbauen. Bei großen Arbeitsbreiten steigert die Kombination mit einem Beschicker MT 1000-1 die Tagesleistung und die Qualität der Fahrbahndecke erheblich, denn der Beschicker entkoppelt die Mischgutzufuhr zum Fertiger vom Lkw-Antransport und ermöglicht einen kontinuierlichen Einbau.


Eine intensive Prüfung der alternativ angebotenen Vorgehensweise ergab gleich mehrere Vorteile, so dass die Bauunternehmung von der Wettern den Zuschlag für den nahtlosen Einbau mit den VÖGELE-Maschinen bekam. Die Anwendung des modernen Verfahrens auf der A 48 ist eine Premiere, denn noch nie wurde in Rheinland-Pfalz eine so breite Fahrbahn in allen Schichten nahtlos eingebaut.


Welches sind die wichtigsten Vorteile des nahtlosen Einbaus mit Fertiger und Beschicker?


1. Längere Lebensdauer und weniger Reparaturen der Fahrbahn

Die Untersuchung von Schäden in Deckschichten, die üblicherweise nach einer Nutzungsdauer von 10 – 15 Jahren auftreten, ergab, dass vor allem dort Schwachstellen und Schäden entstehen, wo sich Nahtstellen in den unteren Fahrbahnschichten befinden. Der nahtlos eingebaute Fahrbahnkörper hingegen weist eine wesentlich längere Haltbarkeit gegenüber anders hergestellten Strukturen auf. Hier werden Frostschäden im gesamten bituminösen Fahrbahnaufbau von Anfang an vermieden, weil es keine Nähte gibt, durch die Wasser in den Fahrbahnaufbau eindringen könnte. Das reduziert das Schadenspotenzial an der Fahrbahn und spart Kosten für Reparaturmaßnahmen.


2. Verkürzung der Bauzeit

Die hohen Tagesleistungen des Einbauzuges bewirken eine signifikante Verkürzung der Bauzeit. In diesem Fall waren ursprünglich 90 Werktage geplant. Mit dem nahtlosen Einbau konnte die Bauzeit um fast ein Viertel, nämlich um 20 Werktage reduziert werden. Das war hier besonders von Interesse, da während der Arbeiten für den fließenden Verkehr nur ein Fahrstreifen in jeder Fahrtrichtung zur Verfügung stand. Staus durch hohes Verkehrsaufkommen und die Unfallgefahr im Baustellenbereich werden dank der kurzen Einbauzeit auf ein Minimum beschränkt.


3. Erhöhter Fahrkomfort

Die fehlende Mittelnaht steigert den Fahrkomfort erheblich. Darüber hinaus sorgt die im SUPER 2500 integrierte Nivellierungsautomatik Niveltronic von VÖGELE für exzellente Ebenflächigkeit und Profilgenauigkeit der Fahrbahn. Aber auch Unebenheiten quer zur Fahrbahn werden vermieden, denn dank der kontinuierlichen Materialzufuhr des Beschickers kann der Fertiger mit gleichmäßigem Vorschub arbeiten. Stopps wegen Materialmangel und Stöße durch andockende Lkw gibt es bei diesen Maschinen nicht.


4. Weniger Bedienpersonal beim Einbau

Unmittelbar am Fertiger arbeiten außer dem Maschinenführer nur 2-3 Mann an der Bohle des knapp 28 Tonnen schweren Geräts. Der Beschicker benötigt sogar nur einen Bediener. Insgesamt sind hier weniger Mitarbeiter rund um den Fertiger erforderlich als beim "Heiß-in-Heiß-Einbau" – und das für kürzere Zeit. Das senkt die Personalkosten für die Bauausführung.


Damit das Gespann aus Fertiger und Beschicker effektiv und wirtschaftlich arbeiten kann, muss während der gesamten Einbauzeit genügend Mischgut konstanter Qualität angeliefert werden. Um das sicher zu stellen, ist eine gründliche Vorbereitung und professionelle Betreuung der Logistik notwendig, denn die beiden Baumaschinen verarbeiteten hier die beeindruckende Menge von durchschnittlich 4.600 Tonnen Mischgut pro Tag.


Die Produktion des Mischgutes erfolgte deshalb in enger Zusammenarbeit mit dem Mischanlagenbetreiber. Den Transport aus bis zu vier Anlagen erledigten 24 Sattelschlepper mit je 28 t Ladekapazität. Für die etwa 16,5 cm dicke Tragschicht, die als Ausgleichsschicht über der entspannten Betondecke eingebaut wurde, lieferten die Sattelschlepper in nur acht Tagen 33.000 Tonnen Mischgut 0/32. Das Material wurde mit einem Vorschub von 2 m/min eingebaut. Für den Einbau der 8,5 cm dicken Binderschicht aus Material der Körnung 0/16 S waren nur drei Tage notwendig. Der Fertiger arbeitete während dessen mit einem Vorschub von 4 m/min. Der Einbau der 3 cm dicken Deckschicht aus Splittmastixasphalt 0/8 S war bei einem Maschinenvorschub von 2 m/min ebenfalls nach nur drei Tagen abgeschlossen.


Zur Kontrolle der Qualität der Fahrbahn wurde ein Baustoffprüflabor verpflichtet, baubegleitend die Verdichtung, die Schichtdicken und die verwendeten Materialien ständig zu messen bzw. Proben zu entnehmen. Schon vor Abschluss aller Arbeiten war abzusehen, dass von der Wettern mit den VÖGELE-Maschinen sämtliche Anforderungen erfüllen wird. Die Messungen zeigten z.B., dass bereits die Hochverdichtungsbohle SB 300 TP1 des Fertigers Verdichtungsgrade von bis zu 85 % realisiert hatte. Die Messung der Ebenflächigkeit der Binderschicht durch das Autobahnamt ergab Abweichungen von weniger als 3 mm. Damit hat die Ebenflächigkeit der Binderschicht schon Deckenqualität. Für die Messung bei der Deckschicht erwarten die Messtechniker ähnlich gute Werte.


Last but not least waren Service-Techniker des Maschinenlieferanten, der Wirtgen Windhagen Vertriebs- und Service GmbH, auf Abruf bereit. . „Im Falle eines Falles wären unsere Spezialisten in kürzester Zeit vor Ort gewesen und hätten die Vögele-Maschinen reparieren können. Aber ihr Einsatz war nicht notwendig, denn die beiden Großgeräte arbeiteten während der gesamten Bauzeit störungsfrei“, kommentierte Klaus von der Gathen, Geschäftsführer der Wirtgen Windhagen GmbH, zufrieden den Einsatz der Baumaschinen.


Die Vorteile des nahtlosen Einbaus und die Berichte über die reibungslose Abwicklung der Baustelle veranlassten den Geschäftsführer des Landesbetriebes Straßen und Verkehr Rheinland-Pfalz, Dipl.-Ing. Horst Oltersdorf, zu einem Besuch der Baustelle. Er zeigte sich beim Baustellenbesuch sichtlich beeindruckt von der hohen Einbauqualität. Gemeinsam mit Dipl.-Ing. Uwe Schminke vom Autobahnamt Montabaur, Dipl.-Ing. Peter Böhm, Prokurist der Bauunternehmung Gebrüder von der Wettern, dem Vorstand der Joseph VÖGELE AG und dem Geschäftsführer der Wirtgen Windhagen Vertriebs- und Service GmbH, sowie Vertretern des Mischgutherstellers und des Prüflabors wurden alle Aspekte des komplexen Projektes vor Ort erörtert.


Dort berichtete Dipl.-Ing. P. Böhm: "Damit Verfahren, Gerät und Material optimal zueinander passen und alle potenziellen Störungen von Anfang an ausgeschaltet sind, haben wir die Arbeiten gründlich vorbereitet. Dazu gehörte die intensive Abstimmung mit dem Betreiber der Mischanlagen ebenso wie Einbautests mehrerer Baustoffmischungen auf verschiedenen Probefeldern und eine gründliche Einweisung der Maschinenbediener durch VÖGELE und Wirtgen Windhagen." Bauingenieur Schminke vom Autobahnamt Montabaur äußerte sich zum Baufortschritt: "So schnell haben wir noch kein Projekt dieser Größenordnung abwickeln können. Und das bei der hohen Qualität der Fahrbahn und den langfristig zu erwartenden erheblichen Einsparungen bei der Instandhaltung."


Wenn die Messergebnisse der umfangreichen Baustoffprüfungen die insgesamt positiven Eindrücke der Baustellenbegehung in einem Abschlussbericht schwarz auf weiß bestätigen, wird der nahtlose Einbau über alle Fahrbahnschichten in Rheinland-Pfalz mit Sicherheit ein gängiges und wirtschaftliches Verfahren für die Erstellung und Sanierung hochwertiger Fahrbahnen werden.


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