Der Bau einer Teststrecke in Mexiko stellte für das Einbauteam nicht nur wegen der enormen Hitze eine Herausforderung dar. Den Rundkurs im Parabolprofil baute ein SUPER 1900 mit einer speziellen VÖGELE Parabolbohle ein. Der Clou solcher Strecken: Obwohl man geradeaus lenkt, fährt das Auto durch die Kurve. Gerade auf einer Hohlkurve ist die Verdichtung schwierig zu bewerkstelligen. Hier konnte die VÖGELE Hochverdichtungstechnologie ihre Vorzüge abermals unter Beweis stellen.
5,6 km lang ist der kreisrunde Testkurs von General Motors.
Die Strecke liegt in Michoacan, einer der heißesten Regionen Mexikos.
Einbau in 5 Bahnen
SUPER 1900 mit spezieller Parabolbohle beim Einbau in der Steilkurve.
Das beauftragte Bauunternehmen Suppra Construcciones S.A. baute die erste Asphaltschicht der Teststrecke in 5 Bahnen von unten nach oben ein. Diese Bauweise hat den Vorteil, dass sich das frisch eingebaute Material in der Steilkurve auf der zuvor eingebauten Bahn »abstützen« kann. Die unproblematische untere Bahn fertigte das Einbauteam mit Hilfe eines beidseitig gespannten Referenzdrahts zur Abtastung. Bei den folgenden Bahnen spannte man den Draht nur noch außen und orientierte sich innen über einen 9 m langen Schleppbalken an dem zuvor gefertigten Belag. Diese folgenden, steilen Bahnen baute das Einbauteam mit verschmälerter Bohle in einer Breite zwischen 3,40 und 3,80 m ein. Um das Schwimmverhalten der Bohle zu verbessern, kam die Bohlenentlastung mit bis zu 20 bar zum Einsatz.
Der Autobauer General Motors hat in Cupuan del Rio, im mexikanischen Bundesstaat Michoacan gelegen, eine Hochgeschwindigkeitsteststrecke in Auftrag gegeben. Dank des Parabolprofils mit einem maximalen Quergefälle von 32 % kann auf der kreisrunden Strecke immer geradeaus gelenkt werden. Durch die unterschiedlichen Radien in der Hohlkurve zieht es das Auto durch die lang gezogene Kurve.
Teststrecke mit bis zu 32 % Quergefälle
Das maximale Quergefälle des Rundkurses beträgt 32 %.
Der SUPER 1900 musste im steilsten Teil der Automobil- Teststrecke aus Sicherheitsgründen von einem zweiten Fertiger gehalten werden. Beim Einbau der beiden Schichten, aus denen die 10 cm dicke Asphaltdecke der Teststrecke besteht, bildete der zweite Fertiger das Gegengewicht. Die beiden Maschinen waren dabei mit Stahlseilen verbunden.
Die Teststrecke »General Motors Proving Ground Cupuan del Rio«, Mexiko
General Motors gab die 5,6 km lange Trasse in Auftrag. Hier werden überwiegend Hochgeschwindigkeits- Belastungstests durchgeführt. Ausgelegt ist der Rundkurs für eine Geschwindigkeit von 170 km/h. Dank des Parabolprofils mit einem maximalen Gefälle von 32 % lenkt der Fahrer auf dem Rundkurs immer geradeaus.
Freut sich über den erfolgreichen Einsatz: Das Einbauteam von Suppra Construcciones S.A.
Bau der Teststrecke »General Motors Proving Ground Cupuan del Rio«, Mexiko
Länge der Baumaßnahme:
5,6 km
Breite der Baumaßnahme:
17,5 m
Maximales Quergefälle:
32 %
Maschineneinsatz:
VÖGELE SUPER 1900 mit Parabolbohle in der Hochverdichtungsversion TP2
Einbaudaten Deckschicht:
Tamperhub: 4 mm
Tamperdrehzahl: 1.600 U/min
Pressleistendruck: 80 bar
Einbaugeschwindigkeit: 4–7 m/min
Einbaubreite:
5 Bahnen zwischen 3,40 und 3,80 m
Einbaustärke:
10 cm, verlegt in 2 Schichten
Die Hochverdichtungstechnologie in der Version TP2 erreichte trotz Bohlenentlastung von 20 bar hinter dem Fertiger Verdichtungswerte von 88–91 %, so dass die Endverdichtung durch Gummiradwalzen in nur 2 Walzübergängen zu bewerkstelligen war. Das vorgeschriebene Parabolprofil wurde auf +/-3 mm genau erreicht – und lag damit im geforderten Toleranzbereich.
Einbau bei 50° C
Die harte Praxis im »Glutofen« Mexikos stellte vor allem an die Baustellenlogistik große Ansprüche. Im unteren, flacheren Teil der Parabolkurve konnten Lkw die Beschickung wie gewohnt übernehmen. Im oberen Teil der Steilkurve musste jedoch ein Beschicker zwischengeschaltet werden. Über ein seitliches Förderband transportierte diese Maschine das Mischgut in den Materialbunker des SUPER 1900.
Im steilsten Bereich der Strecke erfolgte die Mischgutzufuhr über einen Beschicker.
Mit dem Fertiger auf krummer Tour.
Das Querprofil von Straßen ist keinesfalls immer eben. Neben abgeschrägten Straßen können Bohlen von VÖGELE auch negative und positive Dachprofile sowie M- oder W-Profile herstellen. Eine echte VÖGELE »Spezialität« ist der Einbau im Parabolprofil. Der VÖGELE Hochverdichtungstechnologie kommt beim Einbau von Parabolprofilen besondere Bedeutung zu, weil Walzen in den steil ansteigenden Kurven schwierig zu manövrieren sind und die Gefahr besteht, dass das Profil verändert würde. Einen Großteil der Verdichtungsleistung muss die Bohle deshalb selbst erledigen. Die 8 Segmente der Bohle formen nicht nur präzise das geforderte Profil, sie üben zugleich hohen Druck auf das Asphaltpaket aus. Dank der Hochverdichtungstechnologie kann die VÖGELE Parabolbohle hier ihre Vorteile ausspielen: Das sehr gut kompaktierte Asphaltpaket bildet eine stabile Grundlage für das abschließende Walzen.
Bohle mit 8 beweglichen Segmenten
Die JOSEPH VÖGELE AG hat für den Einbau von Parabolprofilen eine Hochverdichtungsbohle modifiziert. Die entscheidende Änderung gegenüber herkömmlichen VÖGELE Einbaubohlen liegt in der Unterteilung in Segmente. Die Bohle besteht aus 8 je 0,5 m breiten Segmenten, die über elektrische Schrittmotoren und über die mechanische Dachprofilverstellung in der Position zueinander um 25 mm verändert werden können. Mit der Parabolbohle kann eine Arbeitsbreite von 4 m erzielt werden. Die vollautomatische Steuerung des Systems Fertiger/Bohle erfolgt über die programmierbare Software MCS (Motor Control System).
Jedes Segment der Parabolbohle kann um 25 mm in der Position verändert werden. Die 8 beweglichen Segmente, je 0,5 m breit, formen das Parabolprofil der Bohle.