„Sprüheinsätze ohne Vernebelung und verschmutzte Baustellen.“

Interview mit Sven Neidig, Leiter Technischer Service bei VÖGELE

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Zur Person:

Sven Neidig, Leiter Technischer Service bei VÖGELE , ist als Mann der Praxis bestens vertraut mit dem Fertiger SUPER 1800-2 mit SprayJet Modul. Neidig hat alle der bislang 40 ausgelieferten Maschinen buchstäblich in der Hand gehabt. Er betreut Einbauteams in aller Welt kompetent und steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

RoadNews: Rund zwei Jahre nach der Markteinführung des SUPER 1800-2 mit SprayJet Modul ist es Zeit für eine Bilanz. Wie kommen die Maschinen bei Bauunternehmen und Einbauteams an?


Sven Neidig: Wir bekommen viele positive Reaktionen! Die Anwender loben vor allem die Handhabung, die Qualität und die Flexibilität. Ihrer Meinung nach ermöglicht die intelligente Maschinentechnik erstklassige Einbauergebnisse. Und die einfachen Bedienelemente des Fertigers wie auch des SprayJet Moduls helfen dabei, präzise zu arbeiten. Besonders wirtschaftlich für die Unternehmen ist das Maschinenkonzept natürlich durch seine große Variabilität. Das wird auch gerne genutzt: Im Sprüheinsatz werden unsere Maschinen genauso eingesetzt wie bei konventionell durchgeführten Baumaßnahmen.


RoadNews: Das SprayJet Konzept integriert viele Neuerungen – vor allem, was das Sprühen betrifft. Was hat das an Verbesserung gebracht?


Sven Neidig: Herausragend ist vor allem das Sprühbild: Durch die 5 Sprühbalken entsteht zuverlässig ein flächendeckender Film aus Bitumenemulsion oder Haftkleber. Dadurch, dass die Emulsion durch Düsen im Impulsbetrieb mit einem geringen Druck von 3 bar aufgetragen wird, entsteht so gut wie keine Vernebelung. Ein klarer Vorteil gegenüber dem Vorsprühen. Damit gehören verschmutzte Baustellen der Vergangenheit an.


RoadNews: Welche Anwendungsoptionen ergeben sich daraus für Bauunternehmen?


Sven Neidig: Zum Beispiel kann ohne Weiteres auch im kommunalen Bereich gesprüht werden. Selbst bei geringen Einbaugeschwindigkeiten von 2 m/min bleibt der Baustellenbereich sauber – sogar entlang von empfindlichen Einfassungen wie Randsteinen oder Granitpflaster. Hilfreich ist auch, dass sich die Düsen einzeln abschalten lassen. Dazu noch ein Tipp: Die doppelt geschlitzten Sprühdüsen sind drehbar. Normalerweise stehen sie quer zur Fahrtrichtung. Darf der Rand auf keinen Fall verschmutzt werden, dreht man sie einfach längs zur Fahrtrichtung.

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Wie die konventionellen »Strich‑2« Fertiger verfügt auch der SUPER 1800‑2 mit SprayJet Modul über das Bedienkonzept ErgoPlus®. Somit kann die Maschine wie gewohnt bedient werden.

RoadNews: Ist das Maschinenkonzept nicht zu schwer für Arbeiten im kommunalen Bereich, wo der Straßenaufbau dünner und damit weniger stabil ist als bei Land-und Fernstraßen?


Sven Neidig: Das ist ein weiterer Vorteil des neuen Konzepts: Trotz des SprayJet Moduls wiegt der SUPER 1800‑2, wenn er voll für den Sprüheinsatz ausgerüstet ist, inklusive Einbaubohle um die 21 t. Das sind lediglich 2 – 3 t mehr im Vergleich zu einem konventionellen SUPER 1800‑2. Damit kann die Maschine praktisch überall eingesetzt werden, ohne den Straßenaufbau zu gefährden. Und nebenbei vereinfacht das geringe Gewicht auch den Transport zur Baustelle, was wiederum Kosten spart.

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ErgoPlus® Fahrer‑Bedienkonsole mit aktiviertem Sondermenü SprayJet: „Die Funktionen »Baustellenanfang« und »Baustellenende« sind besonders praktisch.“, informiert Sven Neidig.

RoadNews: Welche neuen Funktionen schätzen die Anwender besonders?


Sven Neidig: Besonders praktisch sind die Funktionen »Baustellenanfang « und »Baustellenende«. Diese sind ganz einfach anzusteuern über ein separates Menü in der ErgoPlus® Fahrer‑Bedienkonsole. Aktiviert man »Baustellenstart« über die F5-Taste, so erfolgt der Sprühbeginn auf einer Linie. Umgekehrt endet das Sprühbild bei »Baustellenende« über die Taste F8 präzise. Das Ergebnis sind saubere Kanten, die zusätzlich dazu beitragen, den Baustellenbereich nicht mit Emulsion zu verschmutzen.

RoadNews: Seit einiger Zeit ist für das SprayJet Modul eine Erweiterung, nämlich ein Zusatz-Emulsionstank, erhältlich. Was sind die Vorteile dieser Option?


Sven Neidig: Unsere Entwicklungsabteilung hat damit das Einsatzspektrum der Maschine nochmals erhöht. Mit dem großen Zusatz‑Emulsionstank, der in den Materialbunker eingesetzt wird, stehen 5.000 l mehr Emulsion zur Verfügung. Damit erhöht sich der Vorrat auf 7.000 l. Dies ist auch für große Einsätze ausreichend. Rechnung getragen haben wir auch den Anfragen nach einer größeren Arbeitsbreite: Optional sind 6 m statt 5 m möglich, und zwar mit den Einbaubohlen AB 600‑2 und AB 500‑2. Dafür rüsten wir die Sprühbalken des SprayJet Moduls mit 4 Düsen mehr aus, wodurch sich die Gesamtzahl auf 24 erhöht.


RoadNews: Bestehen regionale Unterschiede bezüglich der Stückzahlen im Einsatz und der Anwendung?


Sven Neidig: Besonders gut haben die Mexikaner unseren SUPER 1800‑2 mit SprayJet Modul angenommen. In Mexiko wird ohnehin viel gesprüht, deshalb ist hier der Einsatz als Sprühfertiger besonders gefragt. Echte »Sprühmärkte« sind auch die USA und Skandinavien. Im restlichen Europa ist mehr die Flexibilität gefragt. Hier gibt es viele Kunden, die das SprayJet Modul häufig demontieren, wenn konventionelle Asphaltarbeiten anstehen. Dabei ist die kurze Umrüstzeit ein großer Vorteil: Der Umbau ist schnell erledigt, zwei Männer benötigen gerade einmal 6 Stunden dafür. Und mit dem SUPER 1800‑2 steht den Bauunternehmen dann ein absolut vollwertiger konventioneller Straßenfertiger zur Verfügung.


RoadNews: Was sollten Anwender beachten, wenn sie mit unterschiedlichen Emulsionen arbeiten?


Sven Neidig: Jede Emulsion und jeder Haftkleber hat eine eigene Viskosität. Deshalb ist es wichtig, das SprayJet Modul von Zeit zu Zeit zu kalibrieren, auf jeden Fall aber immer dann, wenn das Medium gewechselt wird. Die Kalibrierung geht ganz einfach: An der Bedienkonsole des Sprühmoduls stellt man den Wahlschalter auf »6«. Jetzt ist im Display zu lesen »Düse kalibrieren«. Nach der Bestätigung öffnet sich die äußerste linke Düse für 20 Sekunden und bringt die maximale Menge an Emulsion aus. Man fängt sie in einem Eimer auf und wiegt sie. Die Emulsionsmenge mal drei genommen ergibt den Wert, der mit der aktuell verwendeten Emulsion in einer Minute gesprüht werden kann. Den Wert gibt man dann über den Touchscreen in der Bedienkonsole des SprayJet Moduls ein. Dadurch ist gewährleistet, dass exakt die eingestellte Menge an Emulsion auf den Untergrund aufgetragen wird. Dieser Vorgang ist wichtig für die Einbauqualität und hilft, kosteneffizient zu arbeiten.

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Ähnlich der Funktionsweise eines Tintenstrahldruckers sprühen die Düsen nicht kontinuierlich, sondern im Impulsbetrieb. Die Sprühimpulse werden abhängig von der eingestellten Emulsionsmenge, der Einbaugeschwindigkeit und der Einbaubreite automatisch angepasst.