Niedrigtemperaturasphalt auf der Autobahn.

Richttemperatur 130 °C


Ein SUPER 2500 im Einsatz auf der A7 bei Schleswig: In kürzester Zeit fertigte das Bauunternehmen Eurovia einen 5,6 km langen Autobahnabschnitt. Die Baustelle war als Versuchsstrecke des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (BMVBW) vorgesehen. Forschungsnehmer war das Asphaltlabor Hinrichsen (Prof. Damm), die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) begleitete die Versuchsstrecke. Getestet wurden fünf verschiedene Spezialbindemittel von unterschiedlichen Anbietern zur Herstellung von Niedrigtemperaturasphalt.

   Der SUPER 2500 mit Standardbohle SB 300 TP2.

Wie gewöhnlicher Asphalt, nur weniger heiß.
Ein wichtiges Forschungsziel des BMVBW ist die Senkung von CO2- und Kohlenwasserstoffemissionen bei Einbau und Sanierung von Straßenbelägen. Die Versuchsstrecke diente zur Untersuchung der Einbauwilligkeit der Spezialmischgutsorten, sowie der Messung der Emissionen bei verringerten Einbautemperaturen. Auf der Versuchsstrecke A 7 kamen folgende Bindemittelsysteme zum Einsatz: Sealoflex, Olexobit, Sübit, SMB, Caribit und zum Vergleich konventionelles PmB 45 A. Als Mischgut kam ABi 0/16 S für die Binderschicht und SMA 0/11 S für die Deckschicht zum Einsatz. Die Eignungsprüfungen wurden vom Asphaltlabor Hinrichsen erstellt.

Geforderte Endverdichtung spielend erreicht.
Die Temperaturabsenkung war bei allen fünf Produkten enorm: Statt der üblichen 160 bis 170 °C verarbeitete der SUPER 2500 das Mischgut bei 125 bis 130 °C. Die Auswertungen laufen noch, doch lässt sich bereits jetzt sagen, dass mit der Temperatur auch die Emissionen deutlich gesenkt werden konnten. Neben der Umweltverträglichkeit war die Verdichtung des Mischguts ein weiteres, qualitatives Kriterium beim Niedrigtemperatureinbau. Dazu protokollierte die BASt die Walzengänge, um den Aufwand der Verdichtung zu erfassen. Das Niveau der Einbauqualität entsprach standardtemperiertem Mischgut. Insgesamt fünf Walzen erreichten den geforderten Endverdichtungswert von 98 % in fünf bis sechs Durchgängen.

Einbau auf 9,5 m Breite.
Dies ist auch ein Verdienst des Straßenfertigers SUPER 2500, mit dem die Firma Eurovia den Autobahnabschnitt fertigte. Das VÖGELE Flaggschiff ist der größte Fertiger seiner Art. Er bewältigt laut Spezifikation bis zu 16 m in der Breite und, je nach Mischgutqualität und Einbauverfahren, bis zu 40 cm in der Dicke. Das ergibt umgerechnet eine Einbauleistung von 1.100 t/h. Sowohl starre als auch ausziehbare Einbaubohlen stehen für den SUPER 2500 zur Verfügung. Eurovia rüstete den Fertiger mit einer Standardbohle der Baureihe SB 300 TP2 mit je 2 Verbreiterungsteilen von 1,5 m und 1,0 m sowie Ausziehanbauteilen von 0,75 m auf, was eine Arbeitsbreite von 9,5 m ermöglichte. Das Kürzel TP2 in der Typenbezeichnung der Bohle steht für die Ausführung mit Tamper und zwei Pressleisten. Dieses System verdichtet das Mischgut entscheidend vor, weshalb weniger gewalzt werden muss, was im vorliegen den Falle auch beim Deckeneinbau vorteilhaft genutzt werden konnte.


Niedrigtemperaturasphalt reduziert
Emissionen.


Kontinuierliche Materialzufuhr mit Beschicker MT 1000-1.

SUPER Helfer: Beschicker MT 1000-1.
Für einen kontinuierlichen und unterbrechungsfreien Einbau des Niedrigtemperaturasphalts hielt dem SUPER 2500 der VÖGELE Beschicker MT 1000-1 den Rücken frei. Der LKW dockt dazu am Beschicker an, der vor dem Fertiger fährt. Eine Bandanlage befördert das Mischgut in den Materialaufnahmebehälter des Fertigers. Auf diese Weise lässt sich die ganze Kapazität des Aufnahmebehälters nutzen. Wird noch mehr Vorratskapazität benötigt, lassen sich spezielle Aufsätze in den Materialaufnahmebehälter einsetzen, so dass bis zu 20 t Mischgutvorrat im Fertiger lagern. Der MT 1000-1 bringt aber noch mehr Vorteile: Das Zeitintervall zum LKW-Wechsel wird größer, ohne dass der Fertiger den Einbau wegen Materialmangel abbrechen muss. Durch Fahrzeugwechsel bedingte Stopps des Fertigers gehören mit dem Einsatz des Beschickers ebenfalls der Vergangenheit an. Ein weiteres Plus ist die mechanische Entkopplung vom Material anliefernden LKW und dem Fertiger. Denn Rangierstöße beim Andocken eines LKW kommen nicht vor und können somit die Einbauqualität auch nicht negativ beeinflussen.

Aus Alt mach Neu in zwei Wochen.
Noch bevor der neue Belag eingebaut werden konnte, übernahmen zwei WIRTGEN Fräsen des Typs W 2100 den Ausbau der alten Beläge auf der Fahrbahn und dem Standstreifen. Die 66.000 qm Verkehrsoberfläche schafften die Maschinen in drei Arbeitstagen. Nachdem auch der Mischguteinbau mit dem Einbauzug – Fertiger und Beschicker – selbst zügig durchgeführt werden konnte, trugen diese Leistungen wesentlich dazu bei, dass die ursprünglich auf zwei Wochen terminierten Bauarbeiten der A7 zwei Tage früher als vorgesehen abgeschlossen wurden.