„Heiß an heiß“ in Vierer-Staffel

VÖGELE Fertiger im Einsatz am Flughafen Frankfurt-Hahn.

Seit 1993 wird der ehemalige Militärflugplatz Frankfurt-Hahn als Zivilflughafen genutzt. Das mittlerweile enorme Verkehrsaufkommen machte eine Sanierung der Start- und Landebahn dringend nötig. In einem beeindruckenden Einsatz rund um die Uhr erledigten sechs VÖGELE Fertiger und viele weitere Maschinen der WIRTGEN Group die Aufgabe absolut fehlerlos.

In der Dämmerung und bei der Nachtarbeit sorgten VÖGELE Lichtballons für gute Sicht.

Der Flughafen Frankfurt-Hahn ist in nur wenigen Jahren zu einem wichtigen internationalen Verkehrsflughafen und zum fünftgrößten Frachtflughafen in Deutschland aufgestiegen. 40.000 Flugbewegungen pro Jahr und der vergangene harte Winter haben der Start- und Landebahn jedoch stark zugesetzt. Deshalb wurde schon während der »Aschewolke« im April ein erstes Teilstück erneuert. Im September gingen nun gleich sechs VÖGELE Fertiger an den Start, um den Rest der Piste in Angriff zu nehmen. Und auch die Flughafengesellschaft selbst hatte sich einiges vorgenommen. Sie wollte während der Flugpause die Scheinwerfer der Befeuerung austauschen, einige Kanalarbeiten durchführen und den Rand der Bahn ausbessern. All das musste annähernd gleichzeitig über die Bühne gehen.

Präzise Arbeit in Höchstgeschwindigkeit

Beeindruckender Staffellauf: Vier Fertiger sanierten gemeinsam die Start- und Landebahn.

Da trotz der vielen Bauvorhaben der Flugbetrieb nur so kurz wie möglich unterbrochen werden sollte, war präzise Arbeit in Höchstgeschwindigkeit gefordert. Drei Tage oder vielmehr exakt 67,5 Stunden Gesamtbauzeit standen dem beauftragten Konsortium aus Bopparder Asphaltbau, Thomas Bau, Faber GmbH und Asphaltbau Hunsrück für die Sanierung von insgesamt 65.000 m² zur Verfügung. Deshalb musste nicht nur rund um die Uhr im Schichtbetrieb gearbeitet werden. Es wurden auch viele Arbeitsschritte parallel durchgeführt. Höchste Konzentration aller Beteiligten und fehlerlose Logistik waren ein Muss, denn in Spitzenzeiten arbeiteten zwischen 150 und 160 Personen gleichzeitig auf der Baustelle.

Imposante Maschinenflotte mit sechs Fertigern

Dementsprechend imposant war die Maschinenflotte, die für den Auftrag eingesetzt wurde. Sieben Fräsen, sechs Fertiger und eine Vielzahl von Walzen waren allein mit dem Asphalteinbau beschäftigt. Dazu kamen zahlreiche Mischgut-Lkw und die Fahrzeuge der Unternehmen, die die anderen Bauarbeiten durchführten. Den Anfang machten sieben WIRTGEN Fräsen, die Deckschicht und Binderschicht in einer Dicke von insgesamt 14 cm abtrugen. Sie bekamen vier Stunden »Vorsprung«, um so viel Fläche vorzubereiten, dass der Asphalteinbau beginnen konnte. Während also auf anderen Abschnitten noch gefräst wurde, setzten sich die ersten vier Fertiger in Bewegung. Zwei SUPER 2100-2 wurden dabei von zwei SUPER 1800-2 begleitet.

Flexible Hochverdichtungstechnologie

Alle Fertiger waren mit Hochverdichtungsbohlen in der Version TP2 ausgestattet. Diese sorgten bereits für hohe Vorverdichtungswerte und damit für ein müheloses Gelingen der Endverdichtung.

Alle Fertiger waren mit hochverdichtenden Ausziehbohlen in der Version TP2, das heißt mit Tamper und zwei Pressleisten, ausgerüstet. Vor allem die beiden Pressleisten sind für das Erreichen höchster Vorverdichtungswerte verantwortlich. Eine hohe Vorverdichtung von Trag- und Binderschicht wiederum ist die Grundlage für einen perfekten Schichtenaufbau und damit für ein profilgenaues Endergebnis. In Frankfurt-Hahn machte sich ein besonderer Vorteil der VÖGELE Technologie bezahlt: Die Hochverdichtung kann einfach auf Knopfdruck zu- und wieder abgeschaltet werden, sodass die Bohle beim Einbau der Deckschicht ohne Hochverdichtung arbeitet. Alternativ kann der Pressleistendruck ganz einfach stufenlos zwischen maximal 120 und 50 bar reguliert werden

Nivellierung mit Ultraschall-Multi-Sensoren

Daumen hoch für die Nivellierung! Ultraschall-Multi-Sensoren tasteten die Ränder der Bahnen ab.

Eine besondere Herausforderung war die Nivellierung, da die Start- und Landebahn keinerlei Unebenheiten aufweisen durfte. Dabei konnten sich die Fertigerfahrer auf das Nivelliersystem NIVELTRONIC Plus® verlassen, das in Kombination mit Ultraschall-Multi-Sensoren arbeitete. Auf dieser Baustelle tasteten sie die Ränder der bereits eingebauten Bahnen ab. Die Ultraschall-Multi-Sensoren sind in der Lage, auch kurze Unebenheiten in einer Referenz perfekt auszugleichen. Mit Hochverdichtungsbohlen und Ultraschall-Multi-Sensoren ausgestattet, baute die Staffel aus vier Fertigern die neue Binderschicht und Deckschicht in 5 bis 6 m breiten Bahnen »heiß an heiß« ein. Im weiteren Baufortschritt waren dann sogar sechs VÖGELE Fertiger gleichzeitig in wechselnden Teams im Einsatz. Insgesamt verlegten sie für die 9 cm dicke Binderschicht rund 14.400 t und für die 5 cm dicke Deckschicht circa 8.400 t Mischgut.

Höchste Ebenheit auch im Bereich der Längsnähte

Michael Wenz, Fertigerfahrer der Faber GmbH: „Das einfache Bedienkonzept ErgoPlus® war ein wichtiger Faktor für den Erfolg.“

Die zulässige Abweichung von ± 2 mm über eine Strecke von 4 m in Längsrichtung wurde mühelos eingehalten. Es entstand ein Belag von höchster Ebenheit auch im Bereich der Längsnähte, die perfekt hergestellt wurden. Eine enorme Leistung war die kurze Bauzeit angesichts der fast 23.000 t Mischgut, die bei diesem Sanierungsprojekt verarbeitet wurden. „Eine so große Mischgutmenge in knapp drei Tagen – da muss die Mannschaft genau wissen, was sie tut“, sagte Thomas Mayer, der als Bauleiter für die Bopparder Asphaltbau GmbH & Co. KG auf der Baustelle tätig war.

Früher fertig als geplant

Die Fluggesellschaft Ryanair nutzte die Pause und unterzog elf Maschinen einem Generalcheck.

Ohne den absolut fehlerfrei arbeitenden Maschinenpark wäre dies alles freilich nicht möglich gewesen. Die Mischgut-Lkw transportierten im Minutentakt neues Material auf die Baustelle, das sofort weiterverarbeitet wurde. Für alle Fälle standen zwei zusätzliche VÖGELE Fertiger und mehrere HAMM Walzen bereit, um bei eventuellen Ausfällen einzuspringen. Doch das war nicht nötig, alle Maschinen arbeiteten erstklassig. „Deshalb konnten wir die Baustelle trotz des engen Zeitplans von 67,5 Stunden sogar eine Stunde früher als geplant an den Auftraggeber übergeben“, sagte Mayer.

Baustellendaten
Sanierung der Start- und Landebahn am Flughafen Frankfurt-Hahn

Länge der Baumaßnahme: 2,3 km
Breite der Baumaßnahme: 45 m

Einbaudaten
Einbaubreite: 5–6 m
Einbaudicke:
Binderschicht: 9 cm
Deckschicht: 5 cm

Einbaumaterial
Binderschicht: AC 16 B S, PmB 25/55–55
Deckschicht: AC 11 D S, PmB 25/55–55

Maschineneinsatz
6 WIRTGEN Fräsen W 2200
WIRTGEN Fräse W 100
2 SUPER 2100-2 mit AB 600-2 TP2
3 SUPER 1800-2 mit AB 500-2 TP2
SUPER 1900-2 mit AB 500-2 TP2
HAMM Walzen DV 90, DV 85, DV 70, HD 14 VV

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