VÖGELE Fertiger stellt perfekte Ebenheit her

SUPER 1800-2 liefert dank NAVITRONIC Plus® Präzisionsarbeit ab

Auf der Teststrecke namens »Aldenhoven Testing Center« in der Nähe von Aachen werden künftig Testfahrer und Fahrzeugentwickler Reifen quietschen lassen, um die Grenzen neuer Fahrzeugkomponenten auszuloten. Beim Bau der neuen, knapp 38.000 m² großen Dynamikfläche erwarteten die Bauherren höchste Ebenheit, gleichmäßige Verdichtung und erstklassige Oberflächeneigenschaften. Mit Erfolg löste die Wurzel Bau GmbH diese Aufgabe, die bei der Realisierung der ungewöhnlichen »Straßen«-Baumaßnahme auf Baumaschinen von VÖGELE und HAMM setzte. Den Einbau der kreisrunden Fläche übernahm ein SUPER 1800-2 mit der Ausziehbohle AB 500-2 TP1, die Verdichtung bewerkstelligten Oszillationswalzen von HAMM.

Mit einem kurzen Blick überzeugte sich das Einbauteam nach dem Umsetzen des Fertigers, ob jede Totalstation das richtige Prisma im Visier hat.

Die sogenannte Dynamikfläche des »Aldenhoven Testing Center« der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen wurde auf dem Gelände einer ehemaligen Braunkohlezeche gebaut. Aus straßenbaulicher Sicht ist sie ein echter Leckerbissen: Auf der kreisrunden Teststrecke werden zukünftig Versuche von mehreren Instituten der Universität zur Verbesserung der Fahrzeug- und Fahrsicherheit durchgeführt werden. Die Forscher testen auf der Strecke mit einem Durchmesser von 210 m beispielsweise Fahrerassistenzsysteme, die bei Unaufmerksamkeiten des Fahrers die Bremse oder die Lenkung von Fahrzeugen automatisch steuern. „So etwas können wir natürlich nicht im öffentlichen Straßenverkehr erproben. Dazu benötigen wir eine Teststrecke wie die in Aldenhoven“, so Prof. Dr. Stefan Gies, Leiter des Instituts für Kraftfahrzeuge der RWTH.

Auftraggeber fordert hohe Präzision

Essenzielle Voraussetzung für wissenschaftlich verwertbare Versuchsergebnisse war eine ebene, homogene Asphaltdecke, deren Eigenschaften über Jahre gleich bleiben. In der Ausschreibung hieß es deshalb: „Die Qualitätsansprüche der Straßenaufbauten sind im Bereich der Dynamikfläche sehr hoch, sodass der Einbau besonders präzise erfolgen muss.“

Höchste Qualität auf 38.000 m²

Bauleiter Manfred Backus.

Der dreischichtige Aufbau aus Asphaltbeton auf der Dynamikfläche mit einem angrenzenden Anfahrt-Trichter sollte möglichst eben hergestellt werden. Beim Material wurden folgende Asphaltsorten ausgewählt: AC 22 TS für die Asphalttragschicht, AC 16 BS für die Binderschicht und AC 11 DS für die Deckschicht. Auch ein minimales Gefälle von 1 % war gefordert, damit Regenwasser abfließen kann. Diese Parameter bildeten die Ausgangssituation für das ausführende Bauunternehmen Wurzel Bau GmbH aus Jülich. Dieses setzte beim Einbau auf einen Raupenfertiger vom Typ SUPER 1800-2 mit der Ausziehbohle AB 500-2 TP1 in Verbindung mit einem VÖGELE Beschicker MT 1000-1 für die Materialversorgung. Der Einbau erfolgte in 40 Bahnen, wobei die längste, die durch den Mittelpunkt des Kreises führte, zuerst hergestellt wurde. Anschließend wurden die immer kürzer werdenden Bahnen links und rechts davon hinzugefügt.

NAVITRONIC Plus® erfüllt hohe Qualitätsanforderungen

Um den hohen Anforderungen an die Ebenheit gerecht zu werden, setzten die Straßenbauer das 3D-Steuerungssystem NAVITRONIC Plus® von VÖGELE ein. Dieses übernimmt neben der konventionellen Nivellierung, also der Regulierung von Einbauhöhe und Querneigung, auch die vollautomatische Steuerung der Einbaulage und -richtung. Dies macht die NAVITRONIC Plus® zu einem echten 3D-System, das in dieser Art nur von VÖGELE erhältlich ist. Per Laser-Totalstation oder GPS wird die aktuelle Position des Fertigers permanent erfasst. Die NAVITRONIC Plus® wertet diese Information aus, gleicht sie mit den eingespeisten Soll-Werten ab und leitet den SUPER Fertiger exakt und vollautomatisch zum geforderten Einbauprofil. In Aldenhoven nutzte die Wurzel Bau GmbH zwei Totalstationen mit automatischer Zielerkennung. Einmal aufgestellt, verfolgten die Vermessungsgeräte den Fertiger ohne Zutun der Bedienmannschaft und übertrugen per Funk die Ergebnisse an den Systemcomputer auf dem Fertiger.

Ebenheit wie aus dem Bilderbuch

Der VÖGELE Fertiger überzeugte schon beim Bau der Tragschicht mit höchster Präzision: Die Toleranzgrenzen von maximal ± 8 mm konnten um 5 mm unterboten werden.

Dank der NAVITRONIC Plus® übertrafen die Straßenbauprofis aus Jülich die Anforderungen an die Ebenheit deutlich. Über eine Distanz von 4 m waren Toleranzgrenzen von maximal ± 8 mm bei der Tragschicht, ± 5 mm bei der Binderschicht und ± 3 mm bei der Deckschicht einzuhalten. Schon die ersten Messungen beim Einbau der Tragschicht zeigten, dass der SUPER 1800-2 mit NAVITRONIC Plus® diese Anforderungen souverän erfüllen würde: In der untersten, 8 cm dicken Asphalttragschicht wurden bereits Werte erreicht, die eine Abweichung von nicht mehr als 3 mm aufwiesen. Bei der 5 cm dicken Binder- und der 4 cm dicken Deckschicht konnte Wurzel Bau diese Ergebnisse weiter deutlich unterbieten.

Der SUPER Helfer: Beschicker MT 1000-1

Damit die Mindesteinbautemperatur von 135 °C nicht unterschritten wird, kontrollierte ein Straßenbauingenieur jede Lieferung der Mischgut-Lkw.

Neben der Ebenheit und der korrekten Lage war auch der kontinuierliche Einbau des Asphaltbetons von großer Bedeutung. Deshalb kam ein VÖGELE Beschicker MT 1000-1 zum Einsatz, der den SUPER 1800-2 mit Mischgut versorgte. Der Beschicker fährt vor dem Fertiger und wird von den Mischgut-Lkw beladen. Berührungslose Sensortechnik hält konstant den vorgegebenen Abstand ein. Bei Bedarf fördert der Beschicker das Mischgut über ein Transportband in den Materialaufnahmebehälter des Fertigers. Dadurch hilft die Maschine mit, Einbaustopps zu vermeiden und den Fertiger an seiner Kapazitätsgrenze zu betreiben. Beim Einbau steigert dies die Flexibilität und vergrößert das Zeitfenster für die Lkw-Wechsel.

Hohe Vorverdichtung mit VÖGELE Bohle erfüllt alle Vorgaben

Vöegele Fertiger mit NAVITRONIC Plus®

Die anspruchsvollen Bauherren der RWTH Aachen verlangten auch eine hohe und gleichmäßige Vorverdichtung von mindestens 88 – 92 %. Zudem durfte die Vorverdichtung pro Bahn über der gesamten Arbeitsbreite um nicht mehr als zwei Prozentpunkte variieren. Wurzel Bau verwendete deshalb eine Ausziehbohle AB 500-2 in der Version TP1, also mit einer hochverdichtenden Pressleiste. Die Arbeitsbreite lag bei 5 m. Oberbauleiter Peter Schiefer stellte zufrieden fest: „Durch das Hochverdichtungsaggregat haben wir Vorverdichtungswerte von über 90 % über die gesamte Arbeitsbreite erzielt.“ Während beim Erdbau ein HAMM Walzenzug 3520 eingesetzt wurde, nutzte das Einbauteam bei den Asphaltschichten DV-Walzen mit Oszillation, ebenfalls von HAMM.

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