Ring frei für die A 99

Zwei SUPER 1800-2 mit SprayJet Modul sanieren eine der am stärksten frequentierten Autobahnen Deutschlands

In den nächsten Jahren wird sich der Schwerpunkt der Straßenbautätigkeiten in Westeuropa immer mehr vom Neubau hin zu bestandserhaltenden Maßnahmen verlagern. Schließlich muss allein in Deutschland ein Verkehrsnetz von über 600.000 km Asphaltstraßen instand gehalten oder instand gesetzt werden. Da ist es naheliegend, dass Bauträger und ausführende Bauunternehmen immer mehr nach kostengünstigen Alternativen zur Instandsetzung von Straßen suchen. So auch auf der sanierungsbedürftigen Autobahn A 99, der Stadtumfahrung Münchens. Auf der hochbelasteten Autobahn erhielt das Bauunternehmen Stratebau den Auftrag, ein 4,5 km langes Teilstück im DSH-V-Verfahren (Dünne Schichten im Heißeinbau auf Versiegelung) zu erneuern.

Der Einbau von dünnen Schichten im Heißeinbau auf Versiegelung (DSH-V) ist eine kostengünstige Asphaltbauweise zur Deckschichtsanierung und Wiederherstellung der Fahrbahngriffigkeit. Das Verfahren eignet sich für alle klassifizierten Verkehrsflächen – insbesondere auch für Verkehrsflächen mit höchsten Beanspruchungen wie die A 99. Eine hohe Anfangsund Langzeitgriffigkeit, verringerte Sprühfahnenbildung und verminderte Rollgeräusche sind nur einige Vorteile dieser Bauweise.

Prädestiniert für DSH-V: SUPER 1800-2 mit SprayJet Modul

Das Herstellen von DSH-V-Belägen verlangt jedoch eine besondere Maschinentechnik. Einem speziellen VÖGELE Fertiger ist die Aufgabe wie auf den Leib geschneidert: dem SUPER 1800-2 mit SprayJet Modul. Diese Maschine ermöglicht das Ansprühen des alten Belages mit einer Bitumenemulsion und den Einbau einer neuen Deckschicht in einem Arbeitsgang. Hier wird die Emulsion nicht mehr von Baustellenfahrzeugen befahren, da sie sofort mit Asphalt überbaut wird. Mit anderen Worten, es ist eine optimale Haftbrücke vorhanden, die einen perfekten Schichtenverbund gewährleistet.

Das Maschinenkonzept SprayJet basiert auf einem Standardfertiger SUPER 1800-2, der sich mit geringen Modifikationen und in Kombination mit einem neu entwickelten Sprühmodul als Sprühfertiger einsetzen lässt. Die Konzeptidee ist, den Fertiger mit nur geringem zeitlichen Aufwand jederzeit in einen Standardfertiger zurückzurüsten und ihn so gleichermaßen für normale Straßenbaumaßnahmen wie für Sprüheinsätze verwenden zu können.

Fein dosierbare Sprühmenge ohne Vernebelung

Die Technologie bietet aber noch weitere Vorteile. Beispielsweise lässt sich das SprayJet Modul problemlos von sehr geringen Sprühmengen bis zu großen Dosierungen regulieren. Das Spektrum reicht von 0,2 bis 1,5 kg/m² Emulsionsauftrag bei Einbaugeschwindigkeiten von 2-20 m/min. Dadurch kann die Bitumenemulsion fein dosiert werden und es ist ein Aufsprühen auch in kleinen Mengen bei niedrigen Arbeitsgeschwindigkeiten möglich. Da im System ein konstanter Sprühdruck von lediglich 3 bar vorherrscht, lassen sich die Sprüharbeiten bei minimaler Vernebelung und Verschmutzung durchführen. Dies ist mit bisherigen Systemen nicht möglich. Das SprayJet Konzept geht also in ökonomischer wie in ökologischer Hinsicht neue Wege. Damit war der SUPER 1800-2 mit SprayJet Modul genau die richtige Maschine für das Bauvorhaben auf der A 99.

Volle Kraft voraus für die Ringautobahn

Um die Bauzeit auf dem stark befahrenen Autobahnabschnitt der A 99 zwischen dem Autobahndreieck München- Feldmoching und dem Autobahndreieck Allach möglichst kurz zu halten, wurde für die Bauarbeiten eine Sieben-Tage- Arbeitswoche angesetzt. Der Einbau im 960 m langen Allach- Tunnel durfte sogar nur nachts zwischen 22 Uhr und 5 Uhr morgens vorgenommen werden, damit die Strecke tagsüber wieder für den Verkehr freigegeben werden konnte. Hier erwies sich der Dünnschichteinbau von Vorteil: Die nur 1,5 cm dicke Schicht kühlt im Vergleich zu herkömmlichen Decken wesentlich schneller ab und kann dadurch viel früher befahren werden.

Zwei SUPER 1800-2 mit SprayJet Modul im gestaffelten Einsatz

Um nichts dem Zufall zu überlassen, organisierte das Einbauteam von Stratebau die Baustellenlogistik perfekt. Aufgrund des straffen Zeitplans wurden gleich zwei SUPE R 1800-2 mit SprayJet Modul eingesetzt. Die Fertiger arbeiteten gestaffelt und bauten die zwei Bahnen heiß-an-heiß in einer Breite von je 4 Metern zuverlässig ein. Die Menge an Bitumenemulsion, welche die Fertiger auftrugen, lag bei exakt 0,8 kg/m². Die benötigte Dosierung ist abhängig von der Beschaffenheit der zu überbauenden Basis. Bei offenen Unterlagen werden ca. 0,7 - 0,9 kg/m² aufgesprüht, bei geschlossenen Unterlagen 0,4 - 0,6 kg/m². Im Streckenabschnitt des Allach-Tunnels, wo die zu überbauende Schicht aus Beton bestand und man somit eine geschlossene Unterlage vorfand, waren 0,45 kg/m2 ausreichend. Insgesamt wurden auf dem 4,5 km langen Bauabschnitt rund 55 Tonnen Bitumenemulsion mit dem SprayJet Modul aufgetragen.

Einbau von weißem Mischgut im Allach-Tunnel

Der Einbau im Tunnel brachte einige weitere Besonderheiten mit sich. Um die Lichtverhältnisse im Tunnel zu verbessern, wurde hier weiß eingefärbter Asphalt verlegt. Das bedeutete, dass strengstens auf Sauberkeit geachtet werden musste. Denn Rückstände von schwarzem Asphalt hätten die dünne Deckschicht sofort verschmutzt. Erschwerend kam hinzu, dass wegen der eingeschränkten Höhe in der Röhre die Beschickung nur mit kurzen 2-Achs-Lkw erfolgen konnte. Die Fahrer der kleineren Mischgutfahrzeuge hatten alle Hände voll zu tun, den Fertiger mit ausreichend Material zu versorgen und somit den Baufortschritt am Laufen zu halten. Auch unter diesen äußeren Bedingungen arbeiteten die beiden SUPER 1800-2 mit SprayJet Modul reibungslos und zuverlässig, sodass die Tunneldurchfahrt an beiden Tagen pünktlich um 5 Uhr morgens für den Verkehr freigegeben werden konnte.

„Der Einsatz lief wie am Schnürchen“

Auch das ausführende Bauunternehmen Stratebau war mit dem Einsatz auf der A 99 sehr zufrieden. Der SUPER 1800-2 mit SprayJet Modul wurde erst kurz vor dem Einsatz an das Bauunternehmen ausgeliefert und die Mannschaft hatte nur 3 Tage Zeit, um sich mit dem neuen Gerät vertraut zu machen. Dennoch resümiert Bauleiter Hanns Benkert: „Ein Einsatz, der wie am Schnürchen lief: Die geplante Bauzeit von fünf Tag- und zwei Nachtschichten wurde exakt eingehalten. Auch die geforderte Einbaugenauigkeit – maximal 4 mm Abweichung auf 4 m in Querrichtung gemessen – konnte spielend leicht sichergestellt werden.“

Baustellendaten
Fahrbahnbelagserneuerung auf der Ringautobahn A 99 in München zwischen den Autobahndreiecken Feldmoching und Allach
Einbau: im DSH -V Verfahren
Gesamtlänge der Baumaßnahme: 4,5 km

Einbaudaten
Einbaubreite: 8 m, eingebaut in zwei Bahnen heiß-an-heiß von je 4 m
Einbaudicke: 1,5 cm
Einbaugeschwindigkeit: 6 - 8 m/min

Einbaumenge
2.500 Tonnen DSH-V Mischgut (0/5)
500 Tonnen DSH-V Mischgut (0/5), weiß eingefärbt

Sprühmengen des SprayJet Moduls
0,8 kg/m² auf Binderschicht,
0,45 kg/m² auf Beton im Tunnel
(insgesamt ca. 55 Tonnen)

Maschineneinsatz
2 SUPER 1800-2 mit SprayJet Modul und der Einbaubohle AB 500-2 TV
HAMM Walze DV 70

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