Sauberer Deckschichteinbau mit lärmarmem Splittmastixasphalt

Wirtschaftliche Sanierung der Münchner Orleansstraße.

In Mü̈nchen-Haidhausen hat ein VÖGELE Fertiger die Hauptverkehrsader mit einer neuen Deckschicht aus lärmarmem Splittmastixasphalt ausgestattet. Sauberkeit und Wirtschaftlichkeit der SprayJet Technologie haben sich dabei bestens bewährt.

Links die Baken, rechts der Bordstein.

Frisch renovierte Altbauwohnungen, kleine Cafés, Antiquitätenhändler und Boutiquen – der Münchner Stadtteil Haidhausen ist nicht umsonst eine gefragte Wohngegend. Besonders im »Franzosenviertel« zwischen Elsässer und Lothringer Straße ist das Stadtbild der Gründerzeit noch weitgehend erhalten. Doch diese Beschaulichkeit hat ihren Preis: Der Großteil des Verkehrs wird am Rand des Quartiers über die Orleansstraße geführt. Hier teilen sich Autokolonnen den Platz mit Bussen, Radfahrern und dem Gleiskörper der Straßenbahn. Insgesamt benutzen etwa 14.000 Fahrzeuge pro Tag die beiden Richtungsfahrbahnen mit ihren je zwei Fahrstreifen. Das bedeutet nicht nur eine hohe Belastung für die Straße, sondern vor allem auch eines: viel Lärm.

Die Landeshauptstadt München hatte deshalb beschlossen, auf der Orleansstraße zwischen Rosenheimer Straße und Orleansplatz eine neue Deckschicht aus lärmarmem Splittmastixasphalt (SMA LA) einzubauen. Die Baumaßnahme war eines von mehreren Sanierungsprojekten zur Verringerung des Verkehrslärms in der Stadt und wurde im Rahmen des Konjunkturpakets II gefördert.

Perfekter Einbau über die gesamte Straßenbreite

Für einen optimalen Lärmschutz ist es wichtig, dass der Asphalt möglichst wenig Nähte aufweist. Dieses Ideal ist in der Realität allerdings oft nicht umsetzbar, weil bei einer Sanierung auf den fließenden Verkehr Rücksicht genommen und in schmalen Teilstücken gearbeitet werden muss. Die Firma Franz Schelle GmbH & Co. KG aus Pfaffenhofen, die den Auftrag für die Sanierung erhielt, konnte sich das ersparen. Sie übernahm eine bereits vorhandene Absperrung der Orleansstraße, die für den Ausbau des Fernwärmenetzes angelegt worden war. Das ermöglichte einen Einbau in nur drei Bahnen von 6 m Breite und über die vollen 550 m Länge des Straßenabschnitts. Dementsprechend eng war allerdings auch die Baustelle, die nur durch Baken vom fließenden Verkehr getrennt wurde. Klaus Fihn, Bauleiter von Schelle, beschrieb die Situation treffend: „Der Verkehr dort ist ein absolutes Chaos.“ Umso konzentrierter arbeitete sein Team.

Bohle AB 500-2 TV arbeitete in maximaler Sprühbreite

SUPER 1800-2 mit SprayJet Modul.

Die Vorarbeiten waren schnell erledigt. Zuerst fräste die Mannschaft mit mehreren WIRTGEN Maschinen die vorhandene Deck- und Binderschicht durchschnittlich 13,5 cm dick ab. Anschließend wurde eine neue Binderschicht verlegt. Für die neue Deckschicht aus lärmarmem Splittmastixasphalt vom Typ SMA 8 S LA kam der VÖGELE SUPER 1800-2 mit SprayJet Modul zum Einsatz. Der Fertiger war mit der Ausziehbohle AB 500-2 TV ausgestattet und arbeitete in einer maximalen Sprühbreite von 6 m. Für den 6-m-Einsatz wurde die Bohle zusätzlich mit Verbreiterungen erweitert. In dieser Konfiguration verlegte der Sprühfertiger eine perfekte Deckschicht in einer Dicke von 2,5 cm.

Ideal für lärmmindernde Deckschichten

Die SprayJet Technologie ist ideal für den Einbau von lärmmindernden Deckschichten. „Um die schallabsorbierenden Hohlräume zu erhalten, durfte der Belag nicht so hoch verdichtet werden wie herkömmlicher Asphalt“, erklärte Fihn. „Eine haltbare Deckschicht mit optimalem Schichtenverbund ließ sich daher am besten mit einem Sprühfertiger herstellen.“ Denn der SUPER 1800-2 mit SprayJet Modul erledigt das Vorsprühen der Emulsion und den Einbau der Deckschicht in einem Arbeitsgang. Das konventionelle Verfahren mit zwei Arbeitsschritten hätte hingegen die Belagsqualität beeinträchtigt, erläuterte Fihn: „Man hätte die Schichtdicke erhöhen müssen, was bei der geringeren Verdichtung die Haltbarkeit reduziert hätte.“

Baustelle und Umgebung bleiben sauber

Steuerung des SprayJet Moduls.

Nicht nur aus diesem Grund ist sich Fihn sicher: „Sprühfertiger wie der SUPER 1800-2 mit SprayJet Modul von VÖGELE sind bei innerstädtischen Baumaßnahmen die Zukunft!“ Auch die Sauberkeit spricht für das Verfahren: Die präzise arbeitenden Sprühdüsen sorgen dafür, dass nur dort Emulsion aufgetragen wird, wo es nötig ist. Die Sprühimpulse werden automatisch gesteuert, was eine perfekte Dosierung erlaubt. Der geringe Sprühdruck von 3 bar reduziert das Vernebeln der Emulsion auf ein Minimum. Weil die Emulsion sofort mit der neuen Deckschicht überbaut wird, kann sie nicht von Transportfahrzeugen, Beschickern oder Fertigern beschädigt werden. Dies garantiert zudem einen optimalen Schichtenverbund. Und weder die Baustelle noch umliegende Straßen werden verschmutzt.

Höchste Wirtschaftlichkeit für Auftraggeber und Baufirma

SUPER 1800-2 mit SprayJet Modul.

Außerdem ist die Sanierung mit SprayJet Technologie besonders wirtschaftlich. Weil die Deckschicht mit geringer Dicke gefertigt wird, können bis zu 50 % der Mischgutkosten gespart werden. Auch der zügige Einbau und die schnelle Befahrbarkeit sparen Zeit und damit Geld – bei gleichzeitig hoher Qualität und langer Lebensdauer der Straße. Die Flexibilität der Technologie macht sich ebenfalls bezahlt: Das SprayJet Modul lässt sich in kurzer Zeit auf den SUPER 1800-2 montieren und wieder demontieren. Wenn keine Aufträge für Einsätze mit Sprühmodul vorliegen, kann der Fertiger wie gewohnt für herkömmliche Einbauarbeiten eingesetzt werden. Mit anderen Worten: SprayJet verbindet Lärmschutz, Sparsamkeit und höchste Einbauqualität.

Eine HAMM Walze DV 90 VO.

Baustellendaten
Einbau von lärmarmem Splittmastixasphalt auf der Orleansstraße zwischen Rosenheimer Straße und Orleansplatz, München

Länge der Baumaßnahme: 550 m
Breite der Baumaßnahme: 17 m

Einbaudaten
Einbaubreite: 6 m
Einbaudicke: 2,5 cm

Einbaumaterial
Binderschicht: AC 22 B S
Deckschicht: SMA 8 S LA

Emulsion: C67BP5-DSH-V
Sprühmenge: 0,5 kg/m²

Maschineneinsatz
SUPER 1800-2 mit SprayJet Modul
und der Einbaubohle AB 500-2 TV
Hamm Walze DV 90 VO

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