FGSV-Kolloquium // InLine Pave® – fest im deutschen Regelwerk verankert
Teil 1: FGSV-Kolloquium

InLine Pave® –
fest im deutschen Regelwerk
verankert

Kompakte Asphaltbefestigungen überzeugen

Zwei Asphaltschichten mit zwei Fertigern höchst effizient und hochwertig in einem Arbeitsgang herstellen. Das ist InLine Pave® von VÖGELE. Nach einer intensiven Test- und Analysephase wurde dieses Verfahren von den deutschen Behörden Anfang 2012 offiziell als Bauweise zugelassen. Aus diesem Anlass veranstaltete die deutsche FGSV (Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen) ein Kolloquium, bei dem die Kompakten Asphaltbefestigungen von allen Seiten beleuchtet wurden. RoadNews war dabei und berichtet über die hochkarätig besetzte Veranstaltung.

Deutschlands Straßennetz wird, bedingt durch die Bevölkerungsdichte, die Entwicklung des Transportwesens und die Lage im Zentrum Europas, stark frequentiert. Neben einer steigenden Anzahl an LKW ist auch ein Trend zu höheren Achslasten zu verzeichnen. Zudem fahren auf europäischen Straßen immer öfter auch Transporte mit einem Gesamtgewicht von 60 t und mehr. Um angesichts dieser Aussichten das Straßennetz auf die künftigen Belastungen vorzubereiten, wirtschaftlich zu bauen und zu erhalten, sind neue Technologien gefragt.

Das InLine Pave®-Verfahren von VÖGELE ist eine solche Lösung. Es überzeugt nicht nur technisch, sondern auch wirtschaftlich und wurde Anfang 2012 als Regelbauweise in das deutsche Regelwerk aufgenommen. Damit erhielt es den »Ritterschlag« – ein treffendes Bild, das Dipl.-Ing. Rupert Schmerbeck von der Autobahndirektion Südbayern im Rahmen des FGSV-Kolloquiums zeichnete.

Es ist Ziel der FGSV, das Straßen- und Verkehrswesen durch das Zusammenwirken von Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung weiterzuentwickeln. Interdisziplinär besetzte Fachgremien erarbeiten die erforderlichen Unterlagen für das Technische Regelwerk und informieren abschließend die Fachwelt, unter anderem bei Vortragsveranstaltungen wie dem Kolloquium in Kassel, über die neuesten Entwicklungen.

Qualitätsschub durch Kompakte Asphaltbefestigungen

Die vielen Vorträge verdeutlichten: Es gibt zahlreiche technische Vorteile der Kompakten Asphaltbefestigungen. Einer der wichtigsten Aspekte ist die Langlebigkeit. Sie entsteht durch die besonders stabile Verbindung zwischen Binder- und Deckschicht, die nicht nur verklebt, sondern auch miteinander verzahnt sind. Dadurch werden Schubspannungen besser als bei jeder anderen Bauweise aus der Asphaltdeckschicht abgeleitet. Das entlastet die Asphaltdeckschicht mechanisch, sodass ihre Gebrauchseigenschaften spürbar länger erhalten bleiben.

Dittmar Marquordt von der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt beschrieb in seinem Vortrag den Effekt folgendermaßen: „Die Kompakten Asphaltbefestigungen bedeuten einen Qualitätsschub: Wir haben praktisch keine Spurrinnen mehr.“ Er muss es wissen, denn sein Bundesland hat sich aktiv an der Entwicklung beteiligt, viele Projekte ausgeschrieben und begleitet. Bis heute sind in seinem Verantwortungsbereich weit über eine Million Quadratmeter mit Kompakten Asphaltbefestigungen gebaut worden.

Dünnere Deckschichten möglich

Kompakte Asphaltbefestigungen bieten auch Vorteile beim Fahrbahnaufbau, denn die Schichtdicken können verändert werden hin zu dünneren Deckschichten. Dadurch eingesparte Mittel investieren die Straßenbauer zum Beispiel in hellere, griffigere Baustoffe, wie einige Redner ausführten. Die Erfahrungen zeigen, dass eine Kompakte Asphaltbefestigung mit einer zwei Zentimeter dünneren Deckschicht auf einer zwei Zentimeter dickeren Binderschicht auch langfristig hervorragende Ergebnisse liefert.

Dipl.-Ing. Marquordt berichtete von einem typischen Beispiel: einer Landstraße nahe der Hauptstadt von Sachsen-Anhalt, Magdeburg, auf der viele LKW die mautpflichtige Autobahn A 2 umgehen. „Die L 52 ist in diesem Bereich hoch belastet. Trotz des Asphalteinbaus bei kritischer Witterung im Herbst liegen Hohlraumgehalt und Verdichtungsgrad exakt im vorgegebenen Bereich und die Fahrbahn hat bis heute die enormen Belastungen unbeschadet aufgenommen.“ Er kam wie viele andere Vortragende zu dem Schluss: „Das Konzept der modifizierten Schichtdicken funktioniert.“

Anwendung in allen Bauklassen erfolgreich

Die Fachleute waren sich auch darüber einig, dass Kompakte Asphaltbefestigungen nicht nur für Autobahnen und Schnellstraßen der höchsten Bauklasse SV, sondern auch für die meisten anderen Straßen wirtschaftlich sind. Bislang wurden Kombinationen von Binder- und Deckschicht, aber auch Trag- und Deckschicht für Straßen der Bauklassen I bis IV erfolgreich eingebaut. Auf kleineren kommunalen Straßen der unteren Bauklassen und auf Industrieflächen wird die Technologie derzeit erprobt. Die vorliegenden Ergebnisse sind Erfolg versprechend.

Ideal für Neubau und Sanierung

Kompakte Asphaltbefestigungen eignen sich für den Neubau und die Sanierung. Bei der Sanierung »herkömmlicher« Fahrbahnaufbauten besteht der neue Aufbau statt aus acht Zentimeter Binder- und vier Zentimeter Deckschicht aus einer zehn Zentimeter dicken Binderschicht unter einer zwei Zentimeter dicken Deckschicht. Die drei wichtigsten Vorteile: Wertvolles Deckschichtmaterial wird eingespart, man verbessert den Schichtenverbund und damit die Tragfähigkeit, und der Einbau beider Schichten erfolgt zeitsparend in einem Arbeitsgang.

Optimiertes Baustellenmanagement

Die positiven Erfahrungen sowie die Vielzahl der Anwendungsmöglichkeiten überzeugten die Kolloquiums-Teilnehmer von der Leistungsfähigkeit der Kompakten Asphaltbefestigungen. Unter ihnen war auch Dipl.-Ing. Friedhelm Vogt von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßen und Verkehr. Er ist im Baumanagement tätig und kennt die Bauweise bereits: „Ich sehe wirtschaftliche sowie bautechnische Vorteile, die für Kompakte Asphaltbefestigungen sprechen. Wir profitieren vom schnellen Einbau und den damit verbundenen kürzeren Bauzeiten beziehungsweise geringeren Verkehrsbeeinträchtigungen.“ Aber auch die Ausnutzung des großen Wärmepotenzials, das den Einbau bei niedrigeren Außentemperaturen ermöglicht, ist für ihn als Auftraggeber ein Vorteil: „Das erhöht die Flexibilität, ohne dass man Qualitätseinbußen hinnehmen muss.“

Weltweit Potenzial

Rund um den Globus sind die Betreiber der Straßen interessiert an tragfähigen, langlebigen und damit nachhaltigen Fahrbahnkonstruktionen. Deshalb trafen die »Pioniere der Kompakten Asphaltbefestigung« in vielen Ländern mit der neuen Bauweise auf offene Ohren, wie einige Referenten berichteten. Die Ergebnisse, zum Beispiel aus Holland, Dänemark, der Schweiz und Litauen, lassen keinen Zweifel: Die Bauweise hat Zukunft, denn bislang überzeugte die Technologie jeden Auftraggeber.

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