FGSV-Kolloquium // InLine Pave® – fest im deutschen Regelwerk verankert
Teil 4: VÖGELE InLine Pave® – bei Planung, Bau und Nutzung die bessere Lösung

Jeder Prozessschritt ein Gewinn

Der Neubau und die Instandhaltung von Straßen sind komplexe Prozesse. Planer, Auftraggeber und Auftragnehmer müssen dabei immer wieder abwägen zwischen technisch Machbarem, den Kosten, den Umwelteinflüssen und der Qualität. Die Wahl der Bauweise beeinflusst dabei das Tempo des Baufortschritts, die Wirtschaftlichkeit des Projektes, die Gebrauchseigenschaften der Straße und nicht zuletzt die Nachhaltigkeit.

Dipl.-Ing. Lars Keller hat schon zahlreiche Projekte mit InLine Pave® von VÖGELE realisiert. Er berichtete RoadNews über seine Erfahrungen beim Bauprozess aus Sicht eines Bauunternehmers, der die Qualität seiner Arbeit ebenso wie deren Wirtschaftlichkeit im Blick hat.

„Eine Bauweise – unbegrenzte Möglichkeiten.“

Zur Person
Dipl.-Ing. Lars Keller,
Geschäftsführer F. Winkler KG,
Bremen, Deutschland

Dipl.-Ing. Lars Keller ist Leiter des Arbeitsausschusses 7.4 »Bautechnologie« der FGSV. Er berichtet hier von seinen praktischen Erfahrungen beim Bau Kompakter Asphaltbefestigungen.

RoadNews: Herr Keller, Sie kennen Kompakte Asphaltbefestigungen aus der Praxis und haben zahlreiche Projekte geplant und realisiert. Wie denken Sie anhand Ihrer Erfahrungen über InLine Pave®?

Keller: Von den verschiedenen technischen Lösungen zum Bau Kompakter Asphaltbefestigungen ist InLine Pave® mit Abstand die beste Methode. Sie bietet organisatorische, wirtschaftliche und technische Vorteile.

RoadNews: Als Unternehmer müssen Sie wirtschaftlich arbeiten. Wo sehen Sie den wichtigsten wirtschaftlichen Vorteil von InLine Pave®?

Keller: Es ist die gute Auslastung der Maschinen, denn mit InLine Pave®-Fertigern von VÖGELE kann jeder Bauunternehmer auch herkömmlich arbeiten. Das heißt, wer in diese Technik investiert, legt sich nicht auf den Bau Kompakter Asphaltbefestigungen fest. Das ist sehr wichtig.

RoadNews: Wenn Sie an die Planung und Organisation der InLine Pave®-Projekte denken, welche Eigenschaften des VÖGELE Verfahrens sind da für Sie von Bedeutung?

Keller: Insbesondere der einfache Transport der seriennahen Maschinen. Das ist ein großer Pluspunkt. Die Transporthöhe beträgt 3,10 m, die Transportbreite
3 m – das sind Standardabmessungen, mit denen sich die Maschinen wie jeder andere Fertiger transportieren lassen.

Ein weiterer Aspekt, der nicht zu unterschätzen ist, sind die kurzen Rüstzeiten auf der Baustelle. Das erleichtert die Planung der InLine Pave®-Einsätze.

RoadNews: Kommen wir nun zum Einbau. Wo sehen Sie die wesentlichen technischen Vorteile?

Keller: Das ist ganz klar die Hochverdichtung. Dank der extrem guten Vorverdichtung der unteren Lage muss diese nicht durch die Deckschicht verdichtet werden. Das minimiert die Gefahr der Durchmischung der Deckschicht mit der unteren Lage. Zusätzlich verringert sich durch das geringe Walzmaß die Gefahr von Unebenheiten signifikant.

RoadNews: Sie sagen, die untere Schicht, und das ist ja bei den meisten Anwendungen die Binderschicht, sei hervorragend verdichtet. Haben Sie Messungen durchgeführt?

Keller: Ja. Wir haben hinter der Hochverdichtungsbohle AB 600 TP2 Plus durchgehend Verdichtungsgrade von 97 bis 99 % ermittelt. Die Ergebnisse zeigten auch, dass die sehr hohe Vorverdichtung über der gesamten Schichtdicke erreicht wird. Das funktioniert unter anderem deshalb so gut, weil die Hochverdichtung in der Binderschicht erfolgt, die einen relativ geringen Bindemittelgehalt aufweist. Die vergleichsweise dünne Deckschicht mit mehr Bitumen wird danach mit dem Fertiger vorverdichtet und mit Walzen endverdichtet.

RoadNews: Apropos Walzen – Mit wie vielen und mit welchen Walzen verdichten Sie die Asphaltschichten abschließend?

Keller: Man benötigt nur wenige Walzen, denn es geht ja vor allem um die Endverdichtung der dünnen Deckschicht. Sehr gute Ergebnisse erzielt man mit Oszillationswalzen von HAMM. Sie verdichten dynamisch und sind selbst auf dünnen Belägen hocheffizient, ohne das Material zu verschieben. Bei Sanierungsprojekten oder beim Einbau »heiß an kalt« kommt noch ein weiterer Vorteil dazu: An den Nähten zur bestehenden Asphaltdecke vermeidet die Oszillation eine Beschädigung der kalten Fahrbahn. So erzeugt man immer hohe Qualität und schont bei der Sanierung die Bestandsflächen.

RoadNews: Beim Stichwort »Qualität« denkt man unweigerlich auch an die Ebenheit. Sie beeinflusst die Gebrauchseigenschaften und die Nachhaltigkeit einer Fahrbahn. Was können Sie zur Ebenheit der Asphaltdecken beim InLine Pave® sagen?

Keller: Nur Gutes. Jeder der beiden Fertiger erreicht durch die Selbstnivellierung eine exzellente Ebenheit. Kleine Unebenheiten der Tragschicht werden vom Binderschichtfertiger schon weitgehend ausnivelliert, der Deckschichtfertiger erledigt den Rest.

Und das alles ohne Zutun der Bediener. Von einer fünf Zentimeter hohen Unebenheit unter der Binderschicht sind auf der Deckschicht nur noch zwei Millimeter messbar – also ideale Voraussetzungen für perfekt ebene Fahrbahnen. Das hat sich bisher in allen Projekten gezeigt.

RoadNews: Das klingt, als hätten Sie schon verschiedene Mischgüter mit InLine Pave® eingebaut. Welche Art von Projekten haben Sie schon mit dieser Bauweise realisiert?

Keller: Es waren Projekte verschiedener Größe und Straßen unterschiedlicher Bauklassen. Dabei wurden Binder- und Deckschicht kombiniert, aber auch Deckschichten mit Tragschichten. Und sogar ZWOPA, der zweilagige offenporige Asphalt, wurde schon mit InLine Pave® gebaut. Meine Erfahrung: Das Verfahren funktioniert auf Autobahnen, Bundes-, Kreis- und Stadtstraßen, wenn sie eine gewisse Mindestgröße aufweisen. Aus meiner Sicht ist diese Technologie ab einer Losgröße von 10.000 m² wirtschaftlich.

RoadNews: Haben sich bei so vielen Projekten Besonderheiten herauskristallisiert, die beim Einbau mit dem InLine Pave®-Einbauzug zu beachten sind?

Keller: Nein. Eher Möglichkeiten, die besonders zu erwähnen sind, wie das Überbauen auf Brückenbauwerken. Die lassen sich mit InLine Pave® wunderbar in den Prozess integrieren: Der Binderschichtfertiger setzt einfach vor der Brücke aus, während der Deckschichtfertiger weiterarbeitet. Der Binderschichtfertiger setzt hinter der Brücke wie beim konventionellen Einbau wieder an. Das geht nur mit InLine Pave®.

RoadNews: Zuletzt noch eine Frage zur Bedienung. Die VÖGELE Bedienphilosophie ist ja bekannt für ihre Benutzerfreundlichkeit. Trifft das auch auf die InLine Pave®-Maschinen zu?

Keller: Ja, voll und ganz. Die Bedienung der Fertiger unterscheidet sich nur wenig vom herkömmlichen Einbau. Umfangreiche Schulungen der Bedienmannschaft sind nicht nötig. Damit rechnet sich InLine Pave® durchaus auch für kleine Firmen. Mit einem cleveren Team und gut organisierter Logistik wartet hier viel Potenzial darauf, ausgeschöpft zu werden.

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