InLine Pave® Verfahren funktioniert sehr gut

Interview mit Dipl.-Ing. Jürgen Israel vom Straßenbauamt Bautzen über InLine Pave®

Mehrere west- und ostdeutsche Landesbauämter schätzen die Bauweise kompakter Asphaltbefestigungen mit zwei Fertigern. Im Rahmen der Zuständigkeit für Landesstraßen ist das InLine Pave® Verfahren von den Ländern Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und dem Saarland per Landeserlass akzeptiert und anerkannt. Über die Erfahrungen mit InLine Pave® beim Bau der Bundesstraße B 178 (n) sprach RoadNews mit Dipl.-Ing. Jürgen Israel vom Straßenbauamt Bautzen.

RoadNews: Herr Israel, Sie sind der zuständige Abteilungsleiter für den Bereich Straßenbau des Straßenbauamtes Bautzen. Welche Bedeutung hat der Begriff Qualität für Sie und wie hängt Qualität mit dem »Heiß auf Heiß«-Einbauverfahren zusammen?

Jürgen Israel: Qualität hat für uns eine herausragende Bedeutung. Immerhin haben wir 1.600 km Staats- und Bundesstraßen zu betreuen. In unseren Verantwortungsbereich fallen sowohl Erhaltungsmaßnahmen als auch Ausbau- und Neubaumaßnahmen. Aber ob Neubau oder Sanierung, wir müssen mit den Steuergeldern verantwortungsvoll umgehen. Deshalb sind uns Bauverfahren, welche die Lebensdauer von Straßen verlängern, besonders wichtig.

RoadNews: Spielt hierbei auch der Ost-West-Schwerlastverkehr eine Rolle?

Jürgen Israel: Natürlich. Gerade die B 178 (n) bei Löbau ist hier zu erwähnen, da sie eine wichtige Verkehrsstraße zwischen Tschechien, Polen und Deutschland darstellt. Auf dieser Bundesstraße erwarten wir zukünftig ein sehr starkes Verkehrsaufkommen. Und dies insbesondere im Rahmen des Güterverkehrs. Deswegen ist es unabdingbar, dass diese Straße auf eine Art gebaut wird, die diesen Verkehrslasten trotzt, und nicht schon nach kurzer Zeit wieder ein Sanierungsfall wird. Deshalb haben wir uns von vornherein mit dem Einbau von kompakten Asphaltbefestigungen beschäftigt.

RoadNews: Warum Kompaktbauweise und worin sehen Sie ganz konkret die Vorteile?

Jürgen Israel: Ganz einfach: Die Binder- und Deckschicht in sozusagen einem Arbeitsgang im homogenen 12 cm starken Gesamtpaket zu bauen, bringt eine Menge Vorteile. Denn bei kompakten Asphaltbefestigungen gibt es eigentlich keine Schichtentrennung mehr und es entsteht durch den »Heiß auf Heiß«-Einbau eine hervorragende Verzahnung. Und hierauf kommt es uns ganz besonders an, da ein mangelnder Schichtenverbund unserer Erfahrung nach eine der Hauptursachen für Straßenschäden darstellt.

RoadNews: Qualität stand also beim Bau der B 178 (n) ganz oben an?

Jürgen Israel: Unbedingt. Auch wenn sich Qualität nur durchsetzen kann, wenn durch das Verfahren den wirtschaftlichen Anforderungen Rechnung getragen wird. Wir hatten auf diesem Teilabschnitt der B 178 (n) aber keinen Zielkonflikt. Um den Wettbewerb zu wahren, hatten wir keine technologischen Einschränkungen bezüglich Kompaktasphalt gemacht und sogar konventionelles Bauen als Nebenangebot zugelassen. Die kompakte Bauweise mit zwei Fertigern setzte sich im Wettbewerb durch.

RoadNews: Gab es auf dieser Baustelle ganz besondere Herausforderungen, die es zu bewältigen galt?

Jürgen Israel: Da sind insbesondere die sechs Brückenbauwerke zu nennen, die auf dem 5,9 km langen Teilstück einzubeziehen waren. Bei all diesen Brücken sollte nicht Decke auf Binder gebaut, sondern nur eine 4 cm dicke Deckschicht auf den vorhandenen Gussasphalt gefertigt werden. Zudem konnten die zwei Großbrücken gar nicht durch die Fertiger befahren werden, da der Baufortschritt dieser Brücken dies nicht zuließ. Sie sehen, das waren schon kniffelige Aufgaben, die es zu lösen galt.

RoadNews: Und wie wurden sie gelöst?

Jürgen Israel: Den Zuschlag hatte ja das InLine Pave® Verfahren erhalten, das von der Firma Strabag angeboten wurde. Dieses Verfahren erlaubt es, die Deckschicht unabhängig von der Binderschicht einzubauen, da der gesamte InLine Pave® Zug zu jeder Zeit entkoppelt arbeiten kann. So war es möglich, die 4 cm dicke Deckschicht auf den Brücken ohne Prozessunterbrechung einzubauen. Und die uneingeschränkte Flexibilität der einzelnen entkoppelten Maschinen ließen es zu, die Großbrücken über vorhandene Rampen und Baustraßen auf eigener Achse zu umfahren.

RoadNews: Herr Israel, nun konnten Sie ja schon einige Erfahrung mit diesem Verfahren sammeln. Wo liegen Ihres Erachtens die Vorteile?

Jürgen Israel: Neben den unstrittigen Vorteilen eines kompakten Asphaltpakets ist von diesem Verfahren eine hohe Ebenflächigkeit zu erwarten. Ein Kriterium, das jeder Verkehrsteilnehmer schätzt. Nachdem uns das InLine Pave® Verfahren im Detail erläutert worden war, stand für uns schnell fest, dass Ebenheit durch die Eigennivellierung der zwei getrennt arbeitenden Fertiger logischerweise am besten herzustellen sein muss. Natürlich haben wir auch im Vorfeld mit Kollegen anderer Ämter gesprochen, die Erfahrungen mit allen zur Verfügung stehenden Einbautechniken hatten. Und dabei kam eben ganz klar heraus, dass wir vom Einbauverfahren InLine Pave® in Sachen Ebenheit sehr hohe Qualität erwarten können.

RoadNews: Und was haben die Kontrollprüfungen ergeben?

Jürgen Israel: Die haben das auch bestätigt. Die Ebenheit auf der B 178 (n) ist tipptopp. Unsere Erwartungen wurden mehr als erfüllt.

RoadNews: Wenn Bauamtskollegen im Hinblick auf Ausschreibungen Ihren Rat suchen – welche Empfehlungen würden Sie mit Ihren Erfahrungen aussprechen?

Jürgen Israel: Erstens: Wenn man vom »Heiß auf Heiß«-Verfahren überzeugt ist, sollte man es auch dort ausschreiben, wo es wirtschaftlich und technisch Sinn ergibt. Zweitens: Es sollte im Wettbewerb mit »Konventioneller Bauweise« ausgeschrieben werden, indem man eindeutig zum Ausdruck bringt, dass Nebenangebote in »Kompakter Bauweise« erwünscht sind. Oder drittens: Man schreibt gleich das Kompaktverfahren aus und lässt Nebenangebote in konventioneller Weise zu. Damit ist dem Wettbewerb vollauf Rechnung getragen.

RoadNews: Würden Sie Ihren Kollegen Versuchsbaustellen für das InLine Pave® Verfahren empfehlen?

Jürgen Israel: Nein. »Versuchsbaustellen« mit aufwendigen Berichten muss man sich mit InLine Pave® nicht mehr antun. Jedoch sollte der Auftraggeber sich vor Baubeginn überzeugen, dass der Auftragnehmer das Problem »Logistik der Mischgutanlieferung« zuverlässig gelöst hat.

Der Einbau von kompakten Asphaltbefestigungen funktioniert mit dem #InLine Pave®# Verfahren sehr gut. Ob Ebenheit, Verdichtungsgrad, Schichtdicke oder Schichtenverbund: Auf der B 178 (n) bei Löbau gab es nicht einen einzigen Punkt der Beanstandung, der auf diese Technik zurückzuführen wäre. InLine Pave® hat uns sehr überzeugt!

RoadNews: Herr Israel, wir bedanken uns für das Gespräch.

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