Hochverdichtungstechnologie

Hochdruck für die besten Straßen der Welt

In Sachen Verdichtung setzt VÖGELE Maßstäbe: Ausgereifte Technologie in Verbindung mit modernsten Werkstoffen gewährleisten die Leistungsstärke und Zuverlässigkeit der VÖGELE Hochverdichtung. RoadNews geht der Funktionsweise der Bohle nach, die für Qualität und Dichte der Straße entscheidend ist. In ihrem Inneren arbeiten die drei Verdichtungsaggregate Tamper, Vibrator sowie ein oder zwei Pressleisten für die höchsten Verdichtungswerte, die ein Straßenfertiger erzielen kann.

Bereits die VÖGELE Standardverdichtung mit Tamper und Vibration bürgt für gute Ergebnisse im Straßenbau. Einzigartig aber und bis heute in Sachen Wirkungsgrad und Einbauqualität führend ist die VÖGELE Hochverdichtungstechnologie mit dem impulshydraulischen Pressleistensystem. Dieses ermöglicht den hochverdichtenden Einbau unterschiedlichster Baustoffe und leistet einen wichtigen Beitrag für qualitativ hochwertigen und wirtschaftlichen Einbau von Straßen. Im Folgenden lesen Sie mehr zur Funktionsweise und Einsatzmöglichkeit der VÖGELE Hochverdichtungstechnik.

1. Der Tamper

Für optimale Vorverdichtung

Der Tamper sorgt für die optimale Vorverdichtung des Materials. Angetrieben von einer Exzenterwelle stampft er das Mischgut unter den Bohlenkörper. Die richtige Einstellung ist entscheidend, damit das Gesamtsystem Fertiger - Bohle, abgestimmt auf Sollhöhe und Einbaugeschwindigkeit, das Einbaumaterial optimal verarbeitet.

Das Aggregat fürs Grobe

Die Intensität der Vorverdichtung bestimmen zwei Einstellungen: Die Drehzahl und der Hub. Beide lassen sich bei VÖGELE Einbaubohlen präzise justieren und somit optimal auf Materialmenge, Mischgutsorte und Belagsdicke einstellen. Die Drehzahl des Tampers ist über das Bedienelement des SUPER Fertigers stufenlos zu regeln.

Die richtige Einstellung entscheidet

Je größer die Geschwindigkeit, desto höher der Verdichtungsgrad. Zusätzlich kann der Tamperhub verstellt werden. Dazu lässt sich die Schraubverbindung der Exzenterwelle mit wenigen Handgriffen lösen und der Hub ver-ändern. Je nach Schichtdicke sind 2, 4 oder 7 mm Hub optimal. Für dünne Beläge, zum Beispiel Microbeläge, arbeitet man am besten mit dem kleinsten Tamperhub und einer sehr kleinen Drehzahl. Bei mittleren Belagsstärken, wie sie für Deck- und Binderschichten kennzeichnend sind, erzielt ein Tamperhub von 4 mm das beste Ergebnis. Der längste Hub des Tampers von 7 mm kommt bei großen Einbaudicken von über 12cm zum Einsatz.

2. Der Unwuchtvibrator

Für ideale Kornverteilung im Belag

Auf die Vorverdichtung durch den Tamper folgt das Bohlenglättblech. Ein Unwuchtvibrator bringt Glättblech und Bohlenrahmen zum rütteln und sorgt so für eine optimale Kornverteilung des Mischguts. Dies ist die Voraussetzung für eine besonders glatte Oberflächenstruktur des Belags. Genau wie beim Tamper lässt sich die Vibrationsstärke über die Drehzahl der Antriebswelle vom Bedienelement aus regeln.

Rütteln für glatte Oberflächen

Analog zum Tamper gilt auch für die Vibration: Beim Einbau dünner Schichten mit kleiner Korngröße sollte man eine geringe Drehzahl wählen oder gegebenenfalls ganz auf Vibration verzichten. Das beste Ergebnis für mittlere Schichten zwischen 3,5 und 12 cm bringt eine mittlere Drehzahl von etwa 2.000 U/min. Dicke Beläge wie Trag- und Tragdeckschichten oder der einlagige Betoneinbau erfordern hohe Vibrationsdrehzahlen. Abhängig vom Bohlentyp liegen diese bei maximal 3.600 U/min. Bei standardverdichtenden Bohlentypen gehört die Vibration zur Grundausstattung. Sie ist aber beispielsweise auch Bestandteil der hochverdichtenden Standardbohle SB 250 TVP2.

3. Das Pressleistensystem

Das innovative VÖGELE Aggregat sorgt für einen hohen Verdichtungsgrad

Das dritte und letzte Aggregat der VÖGELE Hochverdichtungstechnologie umfasst eine oder zwei Pressleisten. Es ist das eigentliche Herzstück des Hochverdichtungssystems, weil sich mit seiner Hilfe sehr hohe Verdichtungswerte erzielen lassen. Dafür ist ein enormer Druck erforderlich, den die SUPER Fertiger impulshydraulisch erzeugen.

Der Fertiger ist in der Lage, die Sollverdichtung nahezu oder sogar vollständig zu erreichen

Dieses Prinzip ist eine innovative Entwicklung der JOSEPH VÖGELE AG (siehe Infokasten). Bei VÖGELE Bohlen sind die Pressleisten P1 und P2 im hinteren Bereich der Bohle angeordnet. In dieser Position wird die beste Verdichtungswirkung erreicht, weil das Material nicht nach vorn ausweichen kann. Seitlich ist es zusätzlich durch Kantenformer eingespannt. Der Pressleistendruck ist dabei bei allen VÖGELE Bohlen, die über Hochverdichtungstechnologie verfügen, so fein zu justieren, dass selbst bei dünneren Belägen die Hochverdichtung zum Einsatz kommen kann.

Das Herzstück der VÖGELE Hochverdichtung

Über ein Druckbegrenzungsventil kann man stufenlos zwischen 40 und 130 bar regulieren. Grundsätzlich gilt: Je größer die Einbaudicke und je verdichtungsunwilliger das Material, desto höher der Pressleistendruck. Dies ermöglicht auch den Einbau von dicken Schichten in einem Durchgang. Selbst stärkste Betonschichten oder offenporiger Dränbeton lassen sich dank der VÖGELE Hochdrucktechnologie einlagig fertigen.

Beim Einbau drückt die Pressleiste das Material so weit nach unten, bis sich das Mischgut nicht weiter zusammenpressen – also verdichten – lässt. Es stellt sich ein Kräftegleichgewicht zwischen Pressleiste und endverdichtetem Material ein. So lässt sich nicht nur ein Höchstmaß an Profilgenauigkeit und Ebenheit erreichen, sondern auch besonders wirtschaftlich einbauen.

Pressen bis zum Kräftegleichgewicht

Die Rechnung ist einfach: Je höher der Fertiger verdichtet, desto weniger ist eine Nachverdichtung mit Walzen notwendig. Die hochverdichtenden Bohlen mit Pressleiste zeichnen sich aber auch dort aus, wo das Walzen aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen aufwändig ist. Die VÖGELE Technologie eröffnet noch weitere Einsparpotenziale: zum Beispiel beim mehrschichtigen Aspahlteinbau, wo teures Binder- und Deckschichtmaterial nicht zum Ausgleich von Unebenheiten benötigt wird, weil die Tragschicht perfekt eben eingebaut wird.

Effizienter einbauen

Mit dieser einzigartigen Technologie der impulshydraulischen Pressleiste erzielen die VÖGELE Bohlen TP1, TP2 und TVP2 die höchsten Verdichtungswerte, die für einen Straßenfertiger überhaupt möglich sind.

Fakten zur Impulshydraulik des Pressleistensystems

Fakt 1

Bei VÖGELE Bohlen sind die Pressleisten P1 und P2 im hinteren Bereich der Bohle angeordnet. In dieser Position wird die beste Verdichtungswirkung erreicht, weil das Material nicht nach vorn ausweichen kann. Seitlich ist es zusätzlich durch Kantenformer eingespannt. Der Wechsel von Hochverdichtung zu Standardverdichtung erfolgt binnen kürzester Zeit mittels Kippschalter, womit die Bohle flexibel eingesetzt werden kann.

Fakt 2

Ausgangspunkt der VÖGELE Hochverdichtungstechnologie ist der zur Impulshydraulik gehörende Impulsgenerator. Dieser erzeugt hochfrequente Druckimpulse. Dadurch bleiben die Pressleisten mit dem Belag ständig in Kontakt, wodurch das Mischgut im eingespannten Zustand verbleibt. Aufgrund der daraus resultierenden hohen Vorverdichtung lässt sich die Anzahl nachfolgender Walzübergänge deutlich reduzieren.

Fakt 3

Hohe Vorverdichtung bildet die Basis für einen perfekten Schichtenaufbau und ist somit die Grundlage für ein profilgenaues Endergebnis. Bei unterschiedlichen Einbaudicken bewirkt die VÖGELE Hochverdichtungs-technologie, dass bei gleichem Druck der Pressleisten unterschiedliche Eindringtiefen entstehen. Eine garantiert einheitliche Verdichtung ist das Resultat.

Fakt 4

Alle Verdichtungsaggregate lassen sich getrennt voneinander steuern und einstellen. Die Feinjustierung des Pressleisten-drucks ermöglicht den Einsatz von VÖGELE Hochverdichtungstechnologie auch beim Einbau von Deckschichten.

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